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Zweiteiliges Cocktailkleid "New York"

Ident. Nr.: 2003,KR 627 a-c

ObjID: obj:908678

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Yves Saint Laurent (1936 - 2008),
Designer*in
Herstellung: Christian Dior S.A. (1946 - ),
Hersteller*in
Datierung
Frühjahr/Sommer 1958
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: Kleid VL./RL. 101 cm
Länge: Oberteil VL./RL. 45 cm

Objektbeschreibung

„Saint Laurent rettet Frankreich“, riefen die Zeitungsverkäufer am 30. Januar 1958, nachdem der erst 21-jährige Modedesigner Yves Saint Laurent (1936–2008), bis dahin Assistent von Christian Dior (1905–1957), seine erste eigene Kollektion gezeigt hatte. Nach dem plötzlichen Tod des Grand Couturier im Herbst 1957 wurde Laurent die künstlerische Leitung des legendären Modehauses übertragen und er erzielte mit dieser ersten Kollektion, die er – der Tradition des Hauses folgend – nach ihrer Silhouette „Ligne Trapez“ nannte, einen durchschlagenden Erfolg.
Das zweiteilige Cocktailkleid als „double trapez“ zeigt eine lose, die Taille negierende Linie und kombiniert ein schlichtes, kastiges Oberteil mit einem ausgestellten Rock. Das gerade fallende Oberteil hat einen flach-ovalen Ausschnitt und als einzige Zierde in Taillenhöhe eine schmale, applizierte Schleife. Darunter verläuft der Saum als gebogener Schlitz. Die dreiviertellangen Ärmel sind an der Schulter in Trapezlinie eingesetzt. Das Oberteil schließt im Rücken mit sieben Knöpfen. Der Rock ist nicht separat gearbeitet, sondern hat ein hemdartig geschnittenes Oberteil aus feinem Seidentaft. So ergibt sich die lose den Körper umspielende Form bei tadellosem Sitz. Die beidseitig im Rock eingesetzten, schräg gestellten Eingrifftaschen unterstreichen die Trapezform. Das Kleid wurde in der Kategorie „robes habillées“ gezeigt und vom Mannequin Nicole vorgeführt.
Mit dieser Linie formulierte Laurent seine eigene Handschrift und distanzierte sich von der für das Haus Dior charakteristischen Betonung der Taille. Basierend auf dem großen Können der Dior-Ateliers gelang ihm die Umsetzung seiner Idee in allen Kategorien, vom Vormittagskleid aus festem Wollstoff bis zur großen Abendrobe aus über und über mit Strass besetztem Tüll. CW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR