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Wappenfigur der Wimpheling (?)

Ident. Nr.: K 7167

ObjID: obj:908872

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 16. Jahrhundert
1501/1600
Material / Technik
Glas farblos; Schwarzlot, Eisenrot
Abmessungen
Höhe x Breite: 13 x 10 cm

Objektbeschreibung

Der im schwarzen Feld nach links steigende rote Löwe am gestümmelten weißen Ast stimmt mit der im Wappen- und Stammbuch des Jost Amman von 1579 wiedergegebenen Wappenfigur des Johann Wimpheling überein, über den heute nichts mehr in Erfahrung zu bringen ist. Die bürgerliche Familie Wimpheling, als deren bedeutendstes Mitglied der Gelehrte Jakob Wimpheling (1450–1528), das namhafte Haupt der elsässischen Humanisten gilt, war weit verzweigt, denn das Wappen begegnet auch unter den Kameralen des Reichskammergerichts, das von 1527–1690
seinen Sitz in Speyer hatte und dürfte dort einem Richter der nicht adeligen, gelehrten Bank gehört haben.
Die hohe Qualität des Stücks zeigt sich an der feinen aus dem Halbton radierten Zeichnung von Mähne und Fell, die durch wenige Linien schärfer herausgearbeitet wird, sowie an der rückseitigen Modellierung im Halbton. Es dürfte, seinem Stil nach zu schließen, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden sein. Auf dem Schenkel des Löwen sind die Buchstaben ICN eingeritzt.
CVMA 98777

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR