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Konfektschale mit Hirsch im Gehege und Wappen aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,397

ObjID: obj:908874

Details (Expert)

Beteiligte
Hinrich Grabow (lernte ab 1481 bei Karsten Wittingk in Lüneburg, 1496 Meister, noch 1534 erwähnt),
Goldschmied*in
Datierung
um 1505
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 14 x 24,4 cm
Gewicht: 608 g

Objektbeschreibung

Hirsch und aufgelegter Blattkranz gegossen. Fuß- und Schalenrand gesondert gearbeitet. Qualitätsvolle Treibarbeit. Fußrand, Zarge, Schalenrand, innerste Buckelreihe, Mittelsockel und Hirsch vergoldet. Hügel mit Resten weißen, roten und transluziden grünen Emails. Marken auf der Fußunterseite. Schale eingesteckt und durch einen Stift gesichert. – Buckel z. T. durchlöchert, alte Lötstellen.
Tiefe Buckelschale auf stämmigem Schaft. Kräftiger runder Fuß mit breitem Rand und hoher, mehrfach profilierter Zarge. Konischer, leicht eingezogener Schaft, gegliedert durch acht Buckel und tremolierte Wülste, zwischen denen Grate laufen. Schale mit profiliertem Rand und drei sich nach innen verkleinernden Reihen mit 16 Buckeln, die spitz zulaufen und eng miteinander verschränkt sind. Nach innen, getrieben und bereichert durch kleine stilisierte Blüten in den Zwickeln, bildet die innere Reihe eine Art Kranz, der auch durch Vergoldung von den äußeren, konkav gewölbten Buckelreihen abgesetzt ist. Blüten in den äußeren Zwickeln, wieder konvex getrieben, betonen den Randabschluß. Um den hochgestuften Sockel in der Mitte ein aufgelegter, von gekordelten Drähten eingefaßter Kranz aus Ast- und Blattwerk mit weiß emaillierten Rosetten und einem emaillierten Wappen. Als Bekrönung ein von einem Flechtwerkzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß umgrenzter bunter Hügel, auf dem ein Hirsch liegt.
Stifter der Schale war, wie eine Inschrift auf der Fußunterseite besagt, der Burmeister Peter Harsevelt: "peter harsevelt burmester dedit – II ½
marck II lot I quint." (= 611 g). Das Stück findet sich schon im Inventar von 1536, ebenso 1555/56, wo Harsevelt fälschlich als Bürgermeister bezeichnet wird: "Eine suluerner Schale so Peter Hertzfelt etwan Burgermeister dem Rade gegeuen."

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa