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Kleine gebuckelte Konfektschale aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,401

ObjID: obj:909606

Details (Expert)

Datierung
1515 - 1520
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 3,6 x 18,3 cm
Gewicht: 206 g

Objektbeschreibung

Rand gesondert gefertigt. Dieser und die innere Buckelreihe vergoldet. Wappen mit drei durchgesteckten und von einer Gegenplatte auf der Unterseite gehaltenen Stiften befestigt. Dort die Marken und graviert: HANS RODE 1540. Der Name nochmals außen unter dem Rand leicht eingeritzt. Wappen mit Resten von gelbem, dunkelrotem und transluzidem Email.
Flache, in der Mitte hochgezogene Schale mit profiliertem Rand und drei Reihen sich nach innen verkleinernder, gegenläufig verschränkter und fischblasenförmiger Buckel, die der mittleren Reihe als Füße dienend. Jeder zweite der zwölf äußeren über eine Einschnürung mit einem der sechs inneren Buckel verbunden. Äußere und innere Buckel durch Grate maßwerkartig aufgeteilt, Mittelfeld der inneren Reihe aufgetrieben und vergoldet. Im Spiegel das Wappen des 1540 gestorbenen Lüneburger Bürgers Hans Rode, dessen Name mit Jahreszahl auf der Schalenunterseite erscheint.
Laut Auskunft der Kämmereirechnungen kam das Stück als Herwede (Nachlaßsteuer) an den Rat der Stadt: "Item 26 M vor Hans Roden wede – 1 sulueren Schale." Nach dem noch ganz der Gotik angehörenden Stil muß es aber erheblich vor 1540 entstanden sein. Ein verwandtes, etwas älteres Beispiel, das auch ein Wappen in der Mitte trägt, befindet sich in der Leipziger Thomaskirche.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR