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Zweiteilige Gewandschließe

Ident. Nr.: 1890,379 a,b

ObjID: obj:909943

Details (Expert)

Datierung
Ende 14./Anfang 15.Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Silber, vorderseitig vergoldet
Abmessungen
Höhe x Breite: 4 x 10,9 cm (Gesamtbreite beider Teile)
Gewicht: 34,48 g (Gesamtgewicht beider Teile)

Objektbeschreibung

Der zusammen mit weiteren Schmuckstücken und Münzen am 3. Juli 1889 in Königlich Dambrowken bei Graudenz als Bodenfund zutage getretene zweiteilige Gewandverschluß steht singulär unter dem spätmittelalterlichen Gewandschmuck in Mitteleuropa. Ein Verschluß aus Klein Schlause, ehemals Kreis Münsterberg in Schlesien (Służejówek, Woj. Wałbrzych, Polen) zeigt eine auffallende stilistische Verwandtschaft, vielleicht ein Hinweis auf einen denkbaren Werkstattzusammenhang beider Exemplare.
Die offenbar als Einzelstück gearbeitete, relativ große Schließe scheint eine in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufkommende, besonders im frühen 15. Jahrhundert etablierte Mode widerzuspiegeln, die sich durch weitgeschnittene Mäntel mit einem einzelnen derartigen Haken- und Ösenverschluß auszeichnet. Auffallend erscheint die im Gegensatz zu den in Sätzen auftretenden Haken- und Ösen-Verschlüssen des 14. Jahrhunderts deutlich stabilere Ausführung der Schließe, die auch schwere Kleidungsstücke zu halten vermag. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR