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Salzgefäß mit Herkules-Szenen

Ident. Nr.: K 5031

ObjID: obj:910000

Details (Expert)

Beteiligte
Pierre Reymond (1513 - 1584)
Datierung
1534/1566
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 8 x 12,6 cm Fuß
Durchmesser: 12,6 cm Rand

Objektbeschreibung

Rundes Gewürzgefäß. Dunkelrot schimmerndes Grundemail, das Inkarnat ohne Rotlavierungen, sparsame Goldakzente. Das Werkstatt-Monogramm sitzt auf der Unterseite der Schälchen, tief im Innern des Schaftes.
Die Oberseite der Schale zeigt, im vertieften Spiegel, auf goldgepunktetem Grund, das Profil eines bärtigen Kriegers, auf der Fahne in einem Rollwerkrahmen, Löwenmasken, Blüten und Putten. Am Schaft umlaufend Taten des Herkules nach Ovid:
Die Überwindung des Höllenhundes Cerberus, die Entführung seiner Gemahlin Deianeira, Herkules trägt den Himmelsglobus, er besiegt den Kentauren Nessus und schließlich der Tod des Herkules.
Die Gefäßform ermöglicht eine Wiedergabe von Erzählfolgen. Herkules, Leitbild fürstlichen Heldentums, wurde in der Renaissance gern zum Herrscherlob herangezogen. Weshalb die Taten des antiken Helden sich gerade auf Salzgefäßen besonderer Beliebtheit erfreut zu haben scheinen, bedarf noch der Klärung. Häufig treten derartige Gefäße als Paare auf, so auch in der Berliner Sammlung (vgl. K 5031).
Die Herkules-Szenen basieren auf einer Radierfolge von Etienne Delaune (RD 71-75).

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR