Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1894
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Lithografie
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 60 x 40 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/925253
Objektbeschreibung
Sie ist versunken in den Anblick der Pflanze, in der rechten Hand hält sie Stift und Block: Die Frau auf dem Ausstellungsplakat von Eugène Grasset ist bereit, die Natur künstlerisch abzubilden. Ihre Hautfarbe ähnelt der Pflanze, wodurch die Darstellung allegorischen Charakter bekommt: Sie selbst verkörpert die Kunst, die sich bewundernd der Natur zuwendet. Ein beliebter Frauentypus in der Plakatwerbung um 1900 war die makellos Schöne. Ihre Attraktivität stand bildhaft für die beworbenen Produkte und wurde, mit Symbolen und Attributen verknüpft, nicht selten zur Allegorie: Lilien, helle Haut und weiße Wäsche stehen für Reinheit, Blüten und ätherische Winde für Vergänglichkeit. Vor allem Abstrakteres, wie Kunst oder Literatur, fand in der Reklame oft Ausdruck in allegorischen Frauenfiguren, die etwa mit Harfe, Palette oder Schreibfeder die schönen Künste personifizierten.
Diese Darstellungen wurden maßgeblich durch den Jugendstil geprägt. Mit der Abwendung vom industriellen Zeitalter fand gleichzeitig eine Hinwendung zur Natur statt – traditionell als weibliche Sphäre angesehen. Im Gegensatz dazu wurde die Kultur als männlich charakterisiert. Die Problematik der polarisierenden Aufteilung ergibt sich aus der Bewertung der Natur als sanft, schmückend und primitiv. Verklärte, stereotypisierende Bilder dieser Art schränkten den weiblichen Handlungsspielraum ein – schwer vorstellbar, dass die hier dargestellten Schönheiten ein Mitspracherecht fordern, einen Beruf ergreifen oder die eigene Meinung vertreten. Während die Frauen als Allegorien der Künste überhöht wurden, war ihre Lebensrealität das Gegenteil: Zur Kunstausbildung waren sie in der Regel nicht zugelassen.
Nach einem Architekturstudium bei Gottfried Semper in Zürich und der Tätigkeit in einem Architekturbüro wandte sich Eugène Samuel Grasset 1882 der Gebrauchsgrafik zu. Er illustrierte zunächst Bücher und französische sowie amerikanische Monatszeitschriften wie „Harper’s Magazine“ und „Harper’s Bazar“. Bekannt wurde er vor allem durch seine Werbeplakate für Produkte, Kaufhäuser, Verlage und Ausstellungen. Von ornamentaler Flora und mittelalterlichen Bildwelten inspiriert, prägten Grassets Motive in den 1890er-Jahren die Stilrichtung Art Nouveau in Frankreich maßgeblich mit. Charakteristisch für seine Plakatgestaltung sind klare Farbflächen, die von dunklen Umrisslinien eingefasst werden. Neben grafischen Arbeiten entwarf Grasset auch Möbel, Mosaike, Glasfenster und Tapeten, dazu verfasste er Fachbücher über die Theorie und Anwendung des Ornaments. Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914, davon 21 von Eugène Samuel Grasset.
Diese Darstellungen wurden maßgeblich durch den Jugendstil geprägt. Mit der Abwendung vom industriellen Zeitalter fand gleichzeitig eine Hinwendung zur Natur statt – traditionell als weibliche Sphäre angesehen. Im Gegensatz dazu wurde die Kultur als männlich charakterisiert. Die Problematik der polarisierenden Aufteilung ergibt sich aus der Bewertung der Natur als sanft, schmückend und primitiv. Verklärte, stereotypisierende Bilder dieser Art schränkten den weiblichen Handlungsspielraum ein – schwer vorstellbar, dass die hier dargestellten Schönheiten ein Mitspracherecht fordern, einen Beruf ergreifen oder die eigene Meinung vertreten. Während die Frauen als Allegorien der Künste überhöht wurden, war ihre Lebensrealität das Gegenteil: Zur Kunstausbildung waren sie in der Regel nicht zugelassen.
Nach einem Architekturstudium bei Gottfried Semper in Zürich und der Tätigkeit in einem Architekturbüro wandte sich Eugène Samuel Grasset 1882 der Gebrauchsgrafik zu. Er illustrierte zunächst Bücher und französische sowie amerikanische Monatszeitschriften wie „Harper’s Magazine“ und „Harper’s Bazar“. Bekannt wurde er vor allem durch seine Werbeplakate für Produkte, Kaufhäuser, Verlage und Ausstellungen. Von ornamentaler Flora und mittelalterlichen Bildwelten inspiriert, prägten Grassets Motive in den 1890er-Jahren die Stilrichtung Art Nouveau in Frankreich maßgeblich mit. Charakteristisch für seine Plakatgestaltung sind klare Farbflächen, die von dunklen Umrisslinien eingefasst werden. Neben grafischen Arbeiten entwarf Grasset auch Möbel, Mosaike, Glasfenster und Tapeten, dazu verfasste er Fachbücher über die Theorie und Anwendung des Ornaments. Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914, davon 21 von Eugène Samuel Grasset.
(Text: Christina Dembny)
Letzte Aktualisierung: 04.05.2026
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