Benzo-Moteur Essence spécial pour automobiles
Ident. Nr.: 1901,171
ObjID: obj:926755
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1890
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Lithografie
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 121,2 x 87 cm
- Erwerbung
- 1901 Ankauf vom Kunst-Salon J. Littauer, München
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/926755
Objektbeschreibung
In Werbemedien waren seit Erfindung des Automobils in den 1880er Jahren vermehrt Autofahrerinnen zu sehen – in der Realität jedoch eine Rarität, da das Auto im Gegensatz zum Fahrrad ein teures Privileg darstellte. Die Autofahrerin im Vordergrund blickt über ihre Schulter zu einem anderen Automobil, das hinter ihr in einer Staubwolke verschwindet. Lässig-elegant hält sie das kleine Lenkrad in den Händen, von ihrem Auto selbst ist außer einem Scheinwerfer nichts zu erkennen. Das eigentliche Verkaufsprodukt, Benzin, wird visuell kaum thematisiert. Wichtiger ist die Darstellung einer modernen Frau, die selbstsicher mit dem Auto fährt. Auch im Hintergrund hat die Fahrerin das Steuer in der Hand.
(Text: Christina Dembny)
Das Straßenbild der Stadt Paris wurde während der Belle Époque maßgeblich durch die Plakate von Jules Chéret geprägt. Seine Entwürfe prangten an Litfaßsäulen, Hauswänden oder Zäunen und läuteten das Zeitalter der Affichomanie mit ein – farblithografierte Plakate entwickelten sich zur Kunstform und wurden bald zu begehrten Sammelobjekten. Mit seinen bunten Reklamedrucken, für die er auf der Weltausstellung 1889 eine Goldmedaille erhielt, bewarb Chéret Tanzvorstellungen, Cafés, Ausstellungen, Mode oder Konsumgüter. Dabei traf sein Stil, der Elemente aus dem Neorokoko mit farblicher Abstraktion verknüpfte, den Zeitgeist des Umbruchs zum neuen Jahrhundert.
Letzte Aktualisierung: 04.05.2026
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