Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1892
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Lithografie
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 78 x 59 cmKartonformat: 90 x 70 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/933267
Objektbeschreibung
Zwei Stars ihrer Zeit sind auf diesem Plakat für das Pariser Konzert-Café „Divan Japonais“ zu sehen. Auf der Bühne steht die Sängerin Yvette Guilbert, die an ihren langen, schwarzen Handschuhen zu erkennen ist. Der Fokus liegt hier aber auf der Dame in Schwarz mit den roten Haaren, die von der Loge aus dem Bühnengeschehen folgt. Es handelt sich um Jane Avril, selbst Tänzerin und ein Star des Etablissements. Neben ihr sitzt der Schriftsteller Édouard Dujardin. Er schaut nicht etwa zur Bühne, sondern, die Lippen gespitzt, zu Avril. So ergibt sich ein Geflecht aus Blicken und voyeuristischen Momenten, in das auch die Betrachter*innen des Plakates eingebunden werden.
Die ikonisch-provokanten Plakate von Henri de Toulouse-Lautrec geben einen einzigartigen Einblick in die Welt der Pariser Tanz- und Nachtlokale. Mit Vorliebe stellte der Künstler die Stars der Belle Epoque dar, die sich im Tanzlokal „Moulin Rouge“ oder im Cabaret von Aristide Bruant aufhielten. Dabei zeichnete er keine idealisierten Bilder, sondern schuf sensible Porträts der Dargestellten. Charakteristisch ist der künstlerische Gestus der Plakate, mit großen Farbflächen, skizzenhaften Umrisslinien und ungewöhnlichen Perspektiven. Von hohem Wiedererkennungswert geprägt, waren die Werke Toulouse-Lautrecs schon zu seinen Lebzeiten bei Auftraggebern wie Sammlern begehrt. Insgesamt entwarf der bereits mit 36 Jahren verstorbene Künstler nur dreißig Plakate; 21 davon sind mit einem Exemplar in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin vertreten.
(Text: Christina Dembny)
Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3600 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914. Dieser herausragende Bestand, an dem sich die Vielfalt der Plakatkunst an den Übergängen von Historismus zu Jugendstil und Sachplakat ablesen lässt, konnte 2021 vollständig digitalisiert und online gestellt werden. Das Digitalisierungsprojekt wurde durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Programms NEUSTART KULTUR ermöglicht.
Letzte Aktualisierung: 04.06.2026
Kontakt
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