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Tod und Mädchen

Ident. Nr.: KdZ 4578

ObjID: obj:934659

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hans Baldung (1484/85 - 1545),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1515
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tod und Mädchen
Frau und Tod
Abmessungen
Höhe x Breite: 30,6 x 20,4 cm

Objektbeschreibung

Das alte Attribut der Klugheit, der auf Selbsterkenntnis verweisende Spiegel, wird zum Medium der Selbstvergessenheit unseres sich kämmenden Mädchens. Ihr von jungem Leben erfüllter Körper wird von hinten umfangen mit einer Geste, die zart genannt werden müßte, wäre es nicht der Knochenmann, der zudem seinen blicklosen Schädel nicht der Schönen, sondern vieldeutig dem Betrachter zuwendet. Das Blatt ist ein gutes Beispiel für Baidungs Vorliebe, Grauen und Erotik in einer im Allgemeinen verharrenden Allegorie zu verknüpfen, wie er es auch in seinen Hexendarstellungen tat. Zugleich zeugt es von herausragender technischer Meisterschaft, die die Figuren mit weißen und schwarzen Schraffuren weniger auf das Blatt setzt, als sie vielmehr aus der farbigen Grundierung hervorzuheben. Im Gegensatz zu dem wilden Inhalt der Darstellung steht die geradezu klassische Komposition, in der die feste, sorgfältig gestrichelte Gestalt des Mädchens durch die unruhigen, wilden Formen des Begleiters noch gesteigert wird und selbst Monogramm und Datum ihren notwendigen Ort haben.
1515, also im selben Jahr wie die Randzeichnungen zum Gebetbuch Kaiser Maximilians und während der Arbeiten am Freiburger Hochaltar entstanden, steht das Blatt in engem Zusammenhang mit einer Anzahl weiterer Zeichnungen und Gemälde desselben Themas.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 121f., Kat. III.42 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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