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Initiale G mit Himmelfahrt

Ident. Nr.: Min 1234

ObjID: obj:934701

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Maler*in
Datierung
Herstellung: um 1450
Material / Technik
Deckfarben auf Pergament
Abmessungen
Höhe x Breite: 19,7 x 17,8 cm

Objektbeschreibung

Der Meister ist benannt nach einem zweibändigen Brevier in der Universitätsbibliothek von Bologna, Cod. 337. Seit Pietro Toesca den Künstler als erster beschrieben hat, konnten ihm eine Reihe Handschriften und Einzelminiaturen zugewiesen werden, darunter ein Graduale in der Sammlung der Cornell University, Ithaca/N.Y., ms. B 50, ein Chorpsalter (Bibliotheca Apostolica Vaticana, Barb. lat. 585) und eine Serie Chorbücher, die im Auftrag des gelehrten Kardinals Bessarion für das Benediktinerkloster in Cesena (heute in der Biblioteca Malatestiana) entstanden. Aus diesem Zusammenhang könnten ausgeschnittene Miniaturen in der Sammlung Cini, Venedig und das hier gezeigte Blatt stammen.
Im Initial G(audeamus) wird die Gottesmutter in einer Gloriole, von musizierenden Engeln umringt, über einer Wolkenbank erhoben und vom ebenso in einer Engelsgloriole erscheinenden Christus gekrönt. Der Buchstabenkörper ist aus Mauerwerk mit seitlichen Türmen gebildet, auf dessen Zinnenkranz Engel stehen. Gruppen von musizierenden und singenden Engeln stehen in den Zwickeln, darüber schwebt links ein nimbierter sechsflügeliger Seraph (?). Nicht ganz ausgeführt scheint die Gruppe der Engel auf dem Altan rechts, die in der Vorzeichnung mit Pinsel und Graulavierung angelegt, in den Nimben bereits vergoldet ist.
Im bewegten Fluß der Zeichnung, wie im architektonischen Aufbau des Buchstabenkörpers ist der Miniator der spätgotischen Hofkunst eines Giovanni de' Grassi und Michelino da Besozzo verpflichtet. Seine Vorliebe für lebhafte Farben und dekorativ aufgesetzte Goldlichter verbindet ihn neben einem Gefühl für räumliche Werte mit Belbello da Pavia. Besonders kennzeichnend sind die kurvigen Wolkenbänke und quirligen Faltenmotive, wie die delikate Gestaltung monochromer Partien mit Gold- oder Weißhöhung (in Engelsgloriole und -chor). Die Gesichter mit ihrem fast weißen Inkarnat, kleinen, häufig geöffneten, Mündern und hohen Augenbrauen zeigen einen fast kindlich naiven Ausdruck.

Text: Frauke Steenbock in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 57f., Kat. I.12 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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