Logo

Kopfstudie eines Spaniels

Ident. Nr.: KdZ 17948

ObjID: obj:938278

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Agostino Carracci (15.8.1557 - 22.3.1602),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1598
Geografische Bezüge
Abmessungen
Blattmaß: 24,4 x 30,8 cm
Erwerbung
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Zu den eindrucksvollsten Hundedarstellungen in der Zeichenkunst zählt diese Kopfstudie eines Spaniels mit seinen hängenden, von lockigem Fell bedeckten Ohren, den treu aufblickenden Augen und dem weiß-schwarzen, an der Schnauze getüpfelten Fell. Auch wenn das Tier so detailreich und liebevoll offenbar nach der Natur gezeichnet ist, dürfen wir nicht unbedingt eine Porträtabsicht unterstellen. Agostino Carracci hat hier ein Hundemodell studiert, um in einem Gemälde die möglichst lebensnahe Darstellung eines Hundes zu schaffen. Die Studien auf der Rückseite des Blattes, die das ganze Tier und seine Begleitung zeigen, helfen hier weiter. Es handelt sich um Vorarbeiten für ein Gemälde Agostino Carraccis, das sich ehemals im Palazzo Farnese in Rom befand (heute: Neapel, Museo di Capodimonte). Es stellt kuriose Gestalten am Hof der Farnese, nämlich „Arrigo Peloso, Pietro Matto, Amon Nano“ (den haarigen Heinrich, den verrückten Peter und den Zwerg Amon) zusammen mit ihnen ähnlichen Tieren dar.

Text: Dagmar Korbacher in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 54.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der Petersfriedhof in Salzburg

Der Petersfriedhof in Salzburg

Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)