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Drei Flußgötter

Ident. Nr.: KdZ 15260

ObjID: obj:939538

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Giorgio Vasari (1511-1574),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1541-1542
Geografische Bezüge
Abmessungen
Blattmaß: 25,1 x 32,4 cm

Objektbeschreibung

Im Herbst des Jahres 1541 reiste Vasari auf Einladung des Dichters Pietro Aretino (1492-1556), mit dem er freundschaftlich verbunden war, nach Venedig. Aretino hatte damals von der neu gegründeten Compagnia delle Calze der „Sempiterni“ – einer Art Karnevalsverein für junge Adlige - den Auftrag erhalten, eine Komödie für deren Karnevalsfeierlichkeiten zu verfassen. Auf seine Bitte hin wurde seinem Aretiner Landsmann Vasari die Ausführung der Bühnen- und Festsaaldekoration übertragen. Das Bildrogramm wurde von Dichter und Maler gemeinsam erarbeitet und Vasari führte es in kürzester Zeit zusammen mit einigen Gehilfen aus. Die Aufführung der Komödie „La Talanta“ fand schließlich im Februar 1542 im Palazzo Gonella statt und war ein großer Erfolg. Auch Vasaris Festdekoration stieß offenbar auf begeisterten Zuspruch, wurde aber kurze Zeit später wieder abgebaut und ist nicht erhalten. Einen Eindruck von diesem Apparato dei Sempiterni geben uns heute allein Vasaris genaue Beschreibungen, sowie einige Vorzeichnungen. An den Längswänden fanden vier längsrechteckige, in Chiaroscuro-Manier gestaltete Bilder Platz, welche verschiedene Fluss- und Meeresgottheiten zeigten. Für drei von diesen sind Vorzeichnungen erhalten, darunter dieses Blatt in Berlin. Es zeigt die Personifikationen der auf venetischem Gebiet liegenden Flüsse Livenza, Timavo und Tagliamento. Die komplexe Anordnung der Flussgötter hintereinander verleiht der Darstellung eine enorme räumliche Tiefe. Dieses mit sorgfältigen Hell-Dunkel-Modellierungen durchgestaltete Blatt, das vom eleganten Wechsel zwischen braunen Lavierungen, Weißhöhungen und dem blauen Grundton des Blattes belebt wird, vermittelt einen ausgesprochen anschaulichen und malerischen Gesamteindruck von Vasaris Dekorationskonzept und war wohl als modello zur Vorlage bei einem Auftraggeber oder zur Orientierung der Malergehilfen bei der Ausführung bestimmt.

Text: Dagmar Korbacher in: Heiko Damm & Dagmar Korbacher, Das Jahrhundert Vasaris. Florentiner Zeichner des Cinquecento, hg. vom Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, Berlin 2011, S. 38, Kat. 15 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 07.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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