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Splendor Solis oder Sonnenglanz. Sieben Traktate vom Stein der Weisen.

Ident. Nr.: 78 D 3

ObjID: obj:941972

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Jörg Breu (der Ältere) (1475 - 1537),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Georg Pencz (ca. 1500 - 1550),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Hans Sebald Beham (1500 - 1550),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Nikolaus Glockendon (der Ältere) (unbekannt),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Albrecht Glockendon (1515) (unbekannt),
Maler*in
Datierung
Herstellung: 1531 - 1532
Geografische Bezüge
Nürnberg,
Stadt
Provenienz
Rodolphe Kann (1845-1906),
1903
Material / Technik
Abmessungen
Blattmaß: 33,1 x 22,8 cm
Höhe x Breite x Stärke: 37,1 x 26,1 x 4,5 cm Schutzverpackung, Buchkassette
Höhe x Breite x Stärke: 34,4 x 23,5 x 3,3 cm Buch geschlossen

Objektbeschreibung

Die Bilderhandschrift „Splendor Solis oder Sonnenglanz“ im Berliner Kupferstichkabinett gehört zu den anspruchsvollsten deutschen Manuskripten des 16. Jahrhunderts. Der reich illuminierte Prachtband ist das älteste erhaltene Exemplar einer alchemistischen Grundlehre, deren Inhalte zwischen
den Polen Erkenntnis und materielle Bereicherung oszillieren.
Ausgangspunkt der Alchemie ist die Vorstellung von ebenso elementar-irdischen wie kosmischen Bindungen zwischen Mensch und Natur. Diese Beziehungen versuchte man aktiv zur Veredelung der Zustände und vor allem der anorganischen Natur zu nutzen. Mittel und gewissermaßen
Katalysator zur Herstellung neuer, höherwertiger Bindungen ist der Stein der Weisen. Er setzt die Transmutation in Gang, die je nach Zielsetzung sowohl chemische Veränderungen bewirken als auch verjüngen und heilen kann und darüber hinaus tiefe Einsicht in die Wesenszusammenhänge der
Natur oder sogar ewiges Leben verheißt.
Das 1531/32 datierte Manuskript führt in das Wesen der Alchemie ein und schildert die Zubereitung und Wirkung des Steins der Weisen. Typische alchemistische Prozesse werden beschrieben und in ganzseitigen Miniaturen kongenial ins Bild gesetzt. Dem Buchmaler stellte sich die Aufgabe, die nicht immer leicht nachvollziehbaren und oft vagen Schilderungen in den Traktaten in anschauliche Illustrationen und Bilderzählungen zu übersetzen. Hierbei verlangten die ungewöhnlichen Themen ein hohes Maß an kreativer Intelligenz. Der Buchmaler, dessen Identität bis heute
umstritten ist, musste den alchemistisch-profanen Text mit seiner eigenen, an christlicher und mythologischer Kunst orientierten Bilderwelt verknüpfen, was ihm in selten erreichter Perfektion gelang. Bei seinen Neuerfindungen und Kompilationen bediente er sich eines umfangreichen
Motivvorrats, den er aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen schöpfte. Neben älteren illuminierten alchemistischen Traktaten, denen er die fachspezifische Hieroglyphik entnehmen konnte, stand ihm vor allem die zeitgenössische Druckgraphik als Repertorium zur
Verfügung. Außerdem adaptierte er konventionelle Darstellungstypen der Buchmalerei für seine Zwecke. So nutzte er etwa das gebräuchliche Schema von Kalenderdarstellungen für seinen Planetenzyklus, der die immer gesehene Verbindung zwischen Alchemie und Astrologie unterstreichen sollte.
Während Monatsdarstellungen in Gebetbüchern im Zentrum üblicherweise Kalenderregister enthalten, erscheinen an dieser zentralen Stelle im Splendor Solis hermetisch verschlossene, gekrönte Phiolen. In ihnen vollziehen sich, durch Symbole visualisiert, typische Vorgänge bei der
Entstehung des Steins der Weisen. Für diese und alle anderen Bildthemen wurden im Manuskript des Kupferstichkabinetts schlüssige Lösungen entwickelt, die für die gesamte nachfolgende Tradition dieses alchemistischen Florilegiums verbindlich werden und bleiben sollten.

Letzte Aktualisierung: 18.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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