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Stadt mit großer Brücke

Ident. Nr.: KdZ 8496

ObjID: obj:942822

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Wolf Huber (um 1485 - 1553),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1542
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stadt mit großer Brücke
Ansicht von Landshut [Passau]
Material / Technik
Feder, grau laviert
Abmessungen
Höhe x Breite: 20,8 x 31,1 cm

Objektbeschreibung

Eine vieltürmige Stadt, von Wasser umgeben, im grellen Gegenlicht. Der Himmel ist durchzogen von feinen Linien, z.T. motiviert als Sonnenstrahlen - aber gekrümmt - oder unerklärt neben den Wolkenrändern. Es ist typisch für die Landschaftsgraphik Hubers wie Altdorfers, beide die Hauptvertreter des sogen. »Donaustils«, die Darstellungen von solchen realistisch nicht zu deutenden »Kraftlinien« durchwirken zu lassen, denen sich alles, gegebenenfalls sogar die menschlichen Körper, einzufügen haben. Die Absicht mag sein, die Einheit der Welt darzustellen, in der nichts für sich zu sehen ist. Die wunderbare Lichtstudie unserer Zeichnung ist als Stimmungsbild zu verstehen, als Vision einer überirdisch verklärten Stadt, zu der eine riesige, ganz unbelebte Brücke führt. Die Hinweise des alten Berliner Katalogs auf Landshut, später auf Passau sind nur im allgemeinsten Sinn zu akzeptieren, als Stadt im Gebirge am Fluß.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 129, Kat. III.54 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)