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La Divina Commedia, Inferno XXXIV (2). Zentrum der Hölle: Luzifer in ganzer Gestalt (Der große Satan); Abschied vom Inferno

Ident. Nr.: Botticelli, Inferno 34,2

ObjID: obj:945354

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Sandro Botticelli (1445 - 1510),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1488/1495
Abmessungen
Blattmaß: 63,5 x 46,8 cm

Objektbeschreibung

Der 34. Gesang gilt der Beschreibung des Höllenkerns und beschließt den ersten Teil der Göttlichen Komödie. »Ecco dyte dicendo & ecco illoco« - »Sieh' da den Dys!«, sprach Vergil zu Dante, »und sieh' den Ort«. Das dreigesichtige Ungeheuer mit den Fledermausflügeln durchmißt zugleich das Zentrum der Erde, »zu dem die Schwere zieht von allen Seiten«, und den tiefsten Punkt des Infernos, den Ursprung aller Sünde. Um wieder an die Oberfläche zu gelangen, schultert Vergil den verängstigten Dichter, läßt sich am zottigen Fell des Riesen hinab und dreht sich genau in der Mitte des Bösen um 180 Grad. Auch der Betrachter muß hier das Blatt wenden, damit er nun, wie Dante, den Luzifer kopfunter im Gravitätszentrum der Erde stecken sieht.
Abweichend von der Regel, findet sich die Darstellung des Teufels zweimal unter den Dante-Illustrationen Botticellis. Das hier gezeigte Blatt mit dem Großen Satan ist auf zwei Bögen gezeichnet. Waagerecht gefalzt, konnte es in der überlieferten Buchbindung auf- bzw. herausgeklappt werden. Zweifelhaft ist, ob dies das ursprüngliche Konzept Botticellis war, denn im Rekonstruktionsversuch der Faksimile-Ausgabe bleibt die gegenüberliegende Seite frei von Text und Bild.

Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 254-255, Kat. V.12 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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