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Ideale Rekonstruktion des Circus Maximus

Ident. Nr.: KdZ 8458

ObjID: obj:945356

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Giovanni Battista Piranesi (1720-1778),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1755
Abmessungen
Höhe x Breite: 26,5 x 46,1 cm

Objektbeschreibung

Piranesis Rekonstruktion der Ruinenlandschaft südlich des Palatins mit dem Circus Maximus orientierte sich an Arbeiten von Antiquaren des 16. Jahrhunderts, unter anderen Pirro Ligorio und Onofrio Panvinio. Winner konnte die Triumphsäulen, Räucherbecken, Obelisken und Skulpturen auf der Spina, der Trasse in der Mitte der Arena, namentlich benennen, ihre Aufstellung folgt teils den Versuchen des Cinquecento, teils antiken Münzbildern. Vor allem diese Partie der Zeichnung diente als Vorlage für das zweite Titelblatt des 3. Bandes der »Antichità Romane«, einer Folge von Radierungen, die Piranesi 1756 in vier Bänden herausgab [...].
Im Vordergrund der Graphik erscheinen aber zusätzliche Grabmale; gewichtige Veränderungen bei den Architekturen des Hintergrunds lassen ebenfalls Zweifel aufkommen, ob Piranesi noch die konkrete Darstellung des Circus Maximus im Sinn hatte oder - schon in der teilweise phantastischen Ausstattung der Zeichnung angelegt - die ideale Ansicht einer antiken Arena schlechthin. Darauf deutet die Inschrift auf dem Frontispiz hin (»Antiquus Circi Martial ... Prospectus Ad Viam Appiam«), die sich auf ein anderes Monument bezieht, den Circus Maxentius. Noch pauschaler ist der Titel einer in diesem Zusammenhang noch nicht beachteten, verkleinerten Fassung des gleichen Motivs, die Piranesi als 18. Blatt einer späteren Ausgabe der »Opere Varie« beigab: »Veduta d'uno de circhi antichi con altri monumenti al dintorno« ([...]Hind 1922, S. 80, Nr. 18).

Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 295-296, Kat. V.58 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)