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Kopf eines Rehbocks mit monströsem Geweih, im Profil nach links

Ident. Nr.: KdZ 2048

ObjID: obj:945504

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hans Hoffmann (um 1530 - 1591/2),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1589
Abmessungen
Höhe x Breite: 37,8 x 30,1 cm

Objektbeschreibung

Die Zeichnung, wie die lateinische Aufschrift sagt, von Hans Hoffmann Maler aus Nürnberg nach dem Leben gemalt in Prag 1589, stammt aus einer Zeit, in der das Interesse an der Kunst untrennbar verbunden war mit einem ebenso starken Interesse an den Hervorbringungen der Natur, wobei Abnormitäten den Reiz des Besonderen, ja Einmaligen hatten. Viele der fürstlichen Kunstsammlungen des 16. und 17. Jahrhunderts werden daher passend »Kunst- und Wunderkammern« genannt, und es ist verfehlt, diese Stufe der Weltsicht zu ironisieren, wie es oft geschieht. Interesse fand alles kunstvoll und wunderbar Geschaffene, egal, ob von Menschen oder der Natur herrührend, und erst als im 19. Jahrhundert die Kunst einen quasi religiösen Anspruch erhob, wurde das Staunen vor dem Gewachsenen und der Schauder vor dem Mißgestalteten so viel geringer eingestuft als die Ehrfurcht vor dem Kunstwerk. - Der Zeichner unseres Blattes, Hans Hoffmann, war seit 1585 Hofmaler Kaiser Rudolfs II. in Prag, der wohl die berühmteste Kunst- und Wunderkammer seiner Zeit besaß. Die Tatsache, daß Hoffmann in diesem Fall auf dem kostbaren Pergament gezeichnet hat, zeigt, daß die Darstellung nicht als Studie, sondern als selbständiges Kunstwerk, eben als Kunstkammerstück, gemeint war.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 139, Kat. III.68 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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