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Hexe

Ident. Nr.: KdZ 8480

ObjID: obj:954363

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Herstellung: um 1518
Abmessungen
Höhe x Breite: 26,9 x 13,2 cm

Objektbeschreibung

Niklaus Manuel und Urs Graf heben die eidgenössische Zeichenkunst in einen Rang, der sie mit der Donauschule, Dürer und seinem Kreis und dem Oberrhein vergleichbar macht und ihnen gegenüberstellt.
Zwar ist der Umfang von Manuels malerischem OEuvre aufgrund des Berner Bildersturms von 1528 in dunkel gehüllt, doch weist die Vielzahl der von ihm verwendeten zeichnerischen Techniken, auf Holz ausgeführte Zeichnungen, die Holzschnitte, von denen schon Jakob Burckhardt vermutete, sie seien eigenhändig geschnitten, und die Tatsache, daß fast nur vollendete Zeichnungen erhalten sind Skizzen allein auf den Rückseiten solcher darauf hin, daß das graphische Medium für Manuel ein besonderes Gewicht besaß. Der wichtigste künstlerische Einfluß auf den Berner ging von Baldung aus; die Zeichnungen beider wurden noch in jüngerer Zeit bisweilen verwechselt. Auch unser Blatt ist mit Werken Baidungs sowohl im Thema wie in der Technik eng verwandt.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 133, Kat. III.59 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Während die Gemälde Avercamps, die deutlich in der um 1600 neu auflebenden Nachfolge Pieter Bruegels stehen, stets Winterlandschaften zeigen, in denen sich eine große Menge von Figuren auf dem Eis der zugefrorenen Kanäle erfreut, sind unter seinen Zeichnungen auch Kompositionen, die das Leben anderer Jahreszeiten spiegeln. Mit Wasserfarben bildmäßig durchgeführte Zeichnungen kann man sich als einen erschwinglichen Ersatz für die kostspieligeren Ölgemälde denken. Unser Blatt ist ein besonders großes und schönes Exemplar dieser Gattung. Trotz der gleichen Höhe und fast derselben Breite sowie dem komplementären Thema, kann keineswegs als gesichert angesehen werden, daß es sich bei der Zeichnung des Winters (KdZ 2230) um ein Pendant zu diesem Blatt handelt, zumal jene aus anderer Provenienz, nämlich der 1874 erworbenen Sammlung Suermondt stammt, dieses dagegen erst später erworben wurde.Das Wappen Amsterdams am Wirtshaus rechts legt die Uferszenerie in die Nähe der großen Stadt. Dort mischt sich das Landleben, wie es der Heuwagen, der Bauer mit dem Kalb und die Frau mit den Melkeimern repräsentieren, mit bürgerlich gekleideten Spaziergängern in steifem Hut, Halskrause und weiten Röcken; junge Leute haben sich ihrer Kleider entledigt um zu schwimmen; auf dem Wasser eine Bootspartie. Ungewöhnlich für Avercamp ist die vergleichsweise geringe Anzahl von Figuren. Diese Konzentration sowie der relativ niedrige Horizont sprechen für eine eher späte Datierung in die zwanziger Jahre. Mittel- und Hintergrund, die rechts durch die Uferstraße, links durch den Wasserlauf erschlossen werden, sind in erster Linie durch die Segel einer unwahrscheinlichen Anzahl von Schiffen bevölkert. Kirchtürme, Windmühlen und ein Galgen verleihen noch dem Horizont eine von menschlicher Präsenz belebte Atmosphäre. Die von Leben erfüllten Darstellungen sind geeignet, die in Quellen mehrfach belegte Behinderung Avercamps vergessen zu machen, der als Stummer menschlich relativ isoliert gewesen sein muß.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 206f., Kat. IV.53 (mit weiterer Literatur)