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Kopf der "Madonna Terranuova" (Fragment des Kartons)

Ident. Nr.: KdZ 11659

ObjID: obj:957569

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Raffael (1483 - 1520),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1505
Provenienz
Vorbesitzer: Nicholson, A. L., London,
1921
Abmessungen
Blattmaß: 18,1 x 14,9 cm

Objektbeschreibung

Trotz des stark beschädigten, ja fragmentarischen Erhaltungszustands, ist die herausragende Qualität dieser Zeichnung nicht zu übersehen. Mit schwarzem Stift hat der Zeichner hier den geneigten Kopf einer jungen Frau von besonderer Zartheit angelegt. Es handelt sich hier um eine originalgroße Zeichnung (einen so genannten Karton), die offenbar bei der Ausführung eines Gemäldes zur Übertragung dieses Kopfes auf den Bildträger gedient hat. Dies geschah mechanisch, nämlich durch ein Durchgriffeln der wichtigsten Linien, was auch erklärt, warum das Blatt so stark gelitten hat. Nichtsdestotrotz stammt es von der Hand Raffaels, denn es zeigt den Kopf der sogenannten Madonna Terranuova (so benannt nach der Sammlung, aus der sie erworben wurde), die heute in der Berliner Gemäldegalerie aufbewahrt wird.
(DK 2019)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)