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Allée au tapis vert

Ident. Nr.: B 513

ObjID: obj:958397

1961 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Camille Bombois (1883 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1922
Weitere Titel
Sammlungstitel: Allée au tapis vert
Übersetzung: Path Carpeted in Green
Provenienz
wohl Galerie Berri-Raspail, Paris,
389110
Hans Fetscherin, München,
1961
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1961–1968
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 41 x 33 cm
Erwerbung
1961 Ankauf von Hans Fetscherin, München, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West).

Objektbeschreibung

Bombois wuchs als Sohn eines Schiffers auf einem Schleppkahn auf. Er arbeitete als Hütejunge, Landarbeiter und Ringkämpfer, später als Pflasterer und in einer Druckerei. In der Kunst war er Autodidakt. Seine Bilder stellte er auf einem Markt auf dem Montmartre in Paris aus, wo er „entdeckt“ wurde. Später sammelte der in der französischen Hauptstadt tätige Kunsthändler Wilhelm Uhde sein Werk. Bis 1930 lebte Bombois, der sich nun nur noch der Kunst widmete, in Paris, danach in der Nähe der Stadt. 1932 wurde er durch eine Ausstellung in der prominenten Galerie Georges Bernheim der Gruppe der „Primitifs modernes“ zugeordnet. Die naive Malerei Bombois’ fand schon zu seinen Lebzeiten zahlreiche Liebhaber. Zu den Sammlern seiner Kunst gehörten neben Uhde auch Marcel Monteux, Mme Gregory-Sèvres, der Kunsthändler Henri Bing-Bodmer, Franz Meyer vom Kunsthaus Zürich, Dina Vierny und Charlotte Zander. „Allée au tapis vert“ entstand im Park von Marly-le-Roi bei Paris. Vor dem unrealistisch dunklen Hintergrund, der aus einer geschlossenen Wand von Bäumen gebildet wird, stechen die helle Farben des Weges und dessen Randbebauung heraus, vor allem Grün, Rosa, Hellgrau und Weiß, die der Komposition eine fantastische, fast magische Wirkung verleihen. Die in Rückenansicht dargestellte Frau und das Kind entfernen sich von den Betrachter:innen mit schwungvollem Schritt aus dem hellen Sonnenlicht in Richtung des etwas unheimlich anmutenden Waldes. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz