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Rainer Maria Rilke

Ident. Nr.: B I 624

ObjID: obj:958402

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Clara Rilke-Westhoff (1878 - 1954),
Künstler*in
Datierung
1936
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 37,5 x 18 x 26 cm
Erwerbung
1938 Ankauf von der Künstlerin aus der Großen Deutschen Kunstausstellung, München

Objektbeschreibung

Die Bronzebüste ihres Ehemannes, des Dichters Rainer Maria Rilke (1875–1926), fertigte Rilke-Westhoff nach dessen Tod an. 1898 war sie in der Worpsweder Künstlerkolonie bei dem Maler Fritz Mackensen in die Lehre gegangen und hatte aufgrund seines Einwirkens beschlossen, sich ganz der Bildhauerei zu widmen. In Worpswede traf die Künstlerin Rilke und Paula Modersohn-Becker, mit der sie um 1900 nach Paris ging. Dort studierte sie auch bei Auguste Rodin, bei dem Rilke wiederum einige Zeit als Sekretär tätig war. Der Einfluss des Franzosen, der in Westhoffs früheren Porträts von Rilke durch eine raue, lebendige Oberflächenbehandlung und eine ausdrucksstarke Beugung des Kopfes noch deutlich wird, lässt sich in der Büste der Nationalgalerie kaum mehr erkennen. Die Oberfläche ist nur noch leicht aufgeraut, die Form fester und klarer. In dem sanft geneigten Kopf scheint ein feines Lächeln die Lippen zu umspielen. Zugleich verleihen die leicht gesenkten Lider und der geschlossene Mund dem Gesicht einen kontemplativen Charakter, die tiefen Falten zwischen den Brauen evozieren Nachdenklichkeit. Kurz nach ihrer Entstehung wurde die Büste 1937 in der „Großen Deutschen Kunstaustellung“ in München gezeigt, da Rilkes Arbeit bei den Nationalsozialisten zunehmend Ansehen genoss. Im November desselben Jahres erwarb die Reichskanzlei ein Exemplar der Bronze, das sie im „Führerbau“ in München aufbewahrte. Ein weiteres kaufte die Nationalgalerie am 31. März 1938 an. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz