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Bildnis Herwarth Walden Verso: Spanierin mit Fächer (Skizze)

Ident. Nr.: NG 45/61

ObjID: obj:958481

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Robert Delaunay (1885 - 1941),
Künstler*in
Datierung
1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Herwarth Walden Verso: Spanierin mit Fächer (Skizze)
Originaltitel: Verso: Espagnole à l'éventail
Übersetzung: Portrait of Herwarth Walden Verso: Spanish Woman with a Fan (sketch)
Geografische Bezüge
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Sonia Delaunay-Terk, Paris,
1941–1961
Kommission: Galerie D'Art Moderne, Basel,
1961
Material / Technik
Leimfarbe auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 81 cm

Objektbeschreibung

Nachdem der französische Maler Delaunay im November 1912 mit dem Berliner Galeristen Herwarth Walden (1878–1941) Kontakt aufgenommen hatte, entwickelte sich zwischen ihnen eine intensive Zusammenarbeit. Bereits im Januar 1913 eröffnete Walden in seiner Galerie Der Sturm die erste Einzelausstellung des Künstlers; im September beteiligte er ihn mit 21 Werken am legendären „Ersten Deutschen Herbstsalon“. Wenngleich Delaunay in dieser Zeit figürlichen Motiven verpflichtet blieb, zergliederte er seine Darstellungen vom Eiffelturm (vgl. NG 10/82) oder von der Sonne in abstrakte Form- und Farbordnungen. Für diese Werke nahm er den Begriff des Orphismus in Anspruch, mit dem der Dichter Guillaume Apollinaire 1912 jene Tendenz des Kubismus bezeichnet hatte, die den Schritt in die Gegenstandslosigkeit vorbereitete (Guillaume Apollinaire, „Die moderne Malerei“, in: Der Sturm, 3. Jg. [1913], H. 148–149, S. 272). Neben seinen zunehmend abstrahierten Motiven arbeitete Delaunay stets auch an figürlichen Porträts, zumeist von Persönlichkeiten seines engeren Umfelds. Nach seiner Rückkehr aus Portugal im Jahr 1921 setzte eine intensive Porträt-Phase ein – Surrealisten und Mitglieder der „Ballets Russes“ ließen ebenso ihr Bildnis von Delaunay fertigen wie Walden während seines Aufenthalts in Paris 1923. In seiner Konzentration auf Kopf und Oberkörper des Galeristen bei völliger Aussparung der Umgebung entspricht das Werk dem üblichen Stil von Delaunays Porträts. Diese wirken wie ein Gegenpol zu den zeitgleich entstandenen gegenstandslosen Bildern, die allein auf dem ästhetischen Zusammenwirken von Farben und Formen aufbauen. | Nina Schallenberg

Letzte Aktualisierung: 29.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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In den 1920er-Jahren fertigte Sintenis zahlreiche Bildnisse an. Diese waren sowohl Auftragsarbeiten als auch Porträts von Freunden und Bekannten. So modellierte sie etwa Bildnisse des Bankiers Hugo von Oppenheim (WVZ Berger/Ladwig 2013, 067), der Frau von Mendelssohn (WVZ Berger/Ladwig 2013, 068), des Schriftstellers Hans Siemsen (WVZ Berger/Ladwig 2013, 053) oder ihres Mannes, des Künstlers Emil Rudolf Weiß (NG 61/81). Auch von dem Schriftsteller, Kabarettisten und Maler Joachim Ringelnatz (1883–1934), mit dem sie befreundet war, fertigte sie 1923 eine Kopfstudie an. Seit Beginn der 1920er-Jahre tingelte Ringelnatz als kabarettistischer Seemann „Kuttel Daddeldu“ durch alle großen Städte Deutschlands sowie durch Prag, Zürich und Wien. Unter anderem trat er regelmäßig in Berlin auf den Kleinkunstbühnen der Stadt auf. Ringelnatz und Sintenis hatten sich 1922 auf einem Berliner Künstlerball kennen- und schätzen gelernt. Nur ein Jahr später fertigte Sintenis das ausdrucksstarke Bildnis des Künstlers an. Gekonnt hat sie dessen markante Gesichtszüge festgehalten, die charakteristische Nase und die abstehenden Ohren. Das ganze Gesicht ist sehr lebendig modelliert, was dem Porträt zum einen etwas Skizzenhaftes verleiht, zum anderen das unruhige Wesen des Künstlers spiegelt. Eindrücklich gelang es Sintenis, Ringelnatz’ Persönlichkeit, seine innere Gespaltenheit, Verletzlichkeit ebenso wie seinen Schalk und Charme in all ihren Widersprüchlichkeiten in Ton zu fassen. | Maike Steinkamp

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