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Bauerngehöft

Ident. Nr.: A II 44

ObjID: obj:958517

Details (Expert)

Beteiligte
Julius Jacob der Jüngere (1842 - 1929),
Maler*in
Datierung
1893
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 158 x 256 cm
Erwerbung
1913 Ankauf aus der Großen Berliner Kunstausstellung

Objektbeschreibung

In den 1880er und 1890er Jahren unternahm Julius Jacob verschiedene ausgedehnte Studienreisen, besuchte die Niederlande, Paris, die Schweiz und sogar Ägypten. Insbesondere die Schule von Barbizon wurde neben Max Liebermann zu einem wichtigen Impulsgeber für seine dem Naturalismus verpflichtete Malerei, deren zugrundeliegende Naturauffassung Hans Rosenhagen in seiner »Geschichte der modernen Kunst« (Bd. 3, Leipzig 1889, S. 254) als allzu nüchtern und »fast trivial« beschrieb. Die sicher vor der Natur festgehaltene Landschaftsstudie einer Dorfstraße (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 97) als auch das größere, im Atelier entstandene Ölbild eines märkischen Bauerngehöfts (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 44) zeigen Jacobs Bemühen um die Wiedergabe eines unmittelbaren Natureindrucks. Im Gemälde ist das in der Natur Gesehene zusätzlich lyrisch überformt: Eine fast steil ansteigende Wiese mit Obstbäumen und weidenden Schafen durchschneidet das Bildfeld diagonal und gibt links den Blick auf das sonnenbeschienene Bauernhaus frei. Lichtflecken und dunkle Schattenpartien beleben die Komposition und verleihen der Szene, trotz der von der Arbeit gebeugten Bäuerin, die mit einem Bündel Reisig im Arm langsam den schmalen Pfad entlangläuft, einen idyllischen Anklang. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Edward T. Pearson

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Die Porträtbüste Edward T. Pearsons (Lebensdaten unbekannt) wirft einige Fragen auf. Interessant ist, dass sie 1930 beim Künstler gegen einen Aufpreis gegen ein früheres Werk, und zwar den „Kopf von Werner Krauß“ (Verbleib unbekannt), ertauscht wurde. Dieser war 1922 erworben worden, wiederum durch einen Tausch. So war das erste Werk, das die Nationalgalerie von Ebbinghaus besaß, eine 1912 auf der Ausstellung der Berliner Secession ausgestellte Bildnisbüste des Malers Albert Hertel (Verbleib unbekannt). Doch wer mag das Tauschgeschehen angeregt haben? War es der Künstler, der immer sein bestes Werk in der Sammlung der Nationalgalerie wissen wollte? Es erscheint wahrscheinlicher, dass die Nationalgalerie Initiator des Tauschs gewesen war und es um den Dargestellten ging. Wer Pearson war, lässt sich jedoch heute nicht mehr sicher bestimmen. Er ist als alter Mann porträtiert. Nase und Ohren sind groß, das Gesicht faltig, der Haaransatz hoch und die Augen trüb. Die Zufälligkeit der Patinierung wirkt geschickt genutzt, da sie den Eindruck des Alters verstärkt. Im Inventarbuch findet sich der Hinweis, dass es sich um den Bruder der Mutter von Ebbinghaus handelt, einen englischen Kaufmann. In Paris lebte ein Engländer und Kunstsammler mit dem Namen Pearson, der enge Beziehungen zu Berlin besessen haben muss. Sein Nachlass wurde 1927 auf einer großen Auktion in der Berliner Kunsthandlung Cassirer angeboten, auf der auch die Nationalgalerie ein Werk („Italienische Landschaft“, A II 587) erwarb. In diesem Sinne wäre es von Interesse gewesen, die Büste des Kunstsammlers zu besitzen. | Johanna Yeats

Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz