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Bildnis Herbert Tucholski

Ident. Nr.: B III 168

ObjID: obj:958556

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann Blumenthal (1905 - 1942),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1939 (Guss 1942)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Herbert Tucholski
Übersetzung: Portrait of Herbert Tucholski
Geografische Bezüge
Provenienz
Prof. Herbert Tucholski,
1976
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 37,2 x 22,5 x 26,5 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1976 Ankauf vom Dargestellten, Berlin

Objektbeschreibung

1939 modellierte Blumenthal die Büste seines Atelierkollegen, des Malers und Grafikers Herbert Tucholski (1896–1984). Beide waren Mitglieder der Ateliergemeinschaft Klosterstraße, einem Zusammenschluss von circa 40 freischaffenden Berliner Malern und Bildhauern, denen das NS-Kultusministerium seit Herbst 1933 günstige Atelierplätze vermittelte. Die Gemeinschaft war keine homogene Gruppe, vielmehr setzte sie sich aus Künstlern zusammen, deren Schaffen zum Teil im Einklang mit der offiziellen nationalsozialistischen Kunstauffassung stand, während andere aufgrund ihrer künstlerischen Formensprache durchaus in der Kritik standen. Anders als bei seinen Jünglingsfiguren (vgl. B I 651) arbeitete Blumenthal in dem Porträt seines Freundes die individuellen Gesichtszüge heraus. Er schuf damit ein ausdrucksstarkes Bildnis, das von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Gegenüber zeugt. Ein Jahr nach Entstehung der Büste, im Mai 1940, wurde Blumenthal zum Kriegsdienst eingezogen, künstlerisch arbeiten konnte er nur noch während seiner Aufenthalte zu Hause. Zwei Jahre später starb er – mit nur 36 Jahren – bei einem Patrouilleneinsatz an der Ostfront. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp