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Deutscher Stachanowarbeiter im Erholungsheim Sotschi

Ident. Nr.: A III 279

ObjID: obj:958614

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Vogeler (1872 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1936-1941
Weitere Titel
Sammlungstitel: Deutscher Stachanowarbeiter im Erholungsheim Sotschi
Übersetzung: German Stakhanovite at a Vacation Home in Sochi
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Nachlass/Vermächtnis: Jan Vogeler, Moskau,
1942 - Ende 1952
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 104 x 90 cm
Erwerbung
1952 Schenkung der Regierung der UdSSR an die DDR aus dem Moskauer Nachlass Heinrich Vogelers. 1953 der Nationalgalerie (Ost) übergeben

Objektbeschreibung

Vor einem dunkelblauen Abendhimmel und dem grünblau schimmernden Schwarzen Meer stellte Vogeler einen Arbeiter vor einem Sanatorium in Sotschi dar. Der Künstler hatte ihn 1935 in dem privilegierten Badeort kennengelernt. Es handelte sich um einen deutschen Kommunisten, der aus einem deutschen Konzentrationslager in die Sowjetunion hatte fliehen können. Von einer Lichtquelle am linken Bildrand beleuchtet, füllt das Dreiviertelporträt des sitzenden Mannes mit grüner Arbeitsmütze und Jacke nahezu den gesamten Vordergrund aus, was ihm eine eindrückliche Monumentalität verleiht. Vogeler hatte das Gemälde zunächst als Komplexbild angelegt, um das Leben des bayerischen Metallarbeiters, der unter dem Decknamen „Grünberg“ agierte, seine Inhaftierung und Flucht in die Sowjetunion zu veranschaulichen. Schließlich übermalte der Künstler um 1941 die Szenen und platzierte stattdessen den ernsthaft in die Ferne blickenden Mann vor einer heimelig anmutenden Abendszenerie. Vogelers Porträt unterscheidet sich von den anderen Bildnisse der „Stachanowhelden“ jener Zeit. Die Bezeichnung für jene herausragenden Arbeiter war von dem Namen des Grubenarbeiters Andrej Grigorjewitsch Stachanow abgeleitet, der an einem „legendären“ Tag im Jahr 1934 seine Arbeitsnorm für die Kohleförderung um das 14-Fache übertroffen haben soll. Während die meisten „Bestarbeiter“ heroisch und kämpferisch dargestellt wurden, wirkt Vogelers Arbeiter trotz seiner Monumentalität ernst und geradezu verletzlich. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz