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Amazonenkampf

Ident. Nr.: B I 421

ObjID: obj:958648

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Langer (1879 - 1950),
Künstler*in
Datierung
1914
Weitere Titel
Sammlungstitel: Amazonenkampf
Übersetzung: Battle of the Amazons
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1919
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 88,5 x 57 x 12 cm
Erwerbung
1919 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Nachdem Langer zunächst einige Jahre als Maurer gearbeitet hatte, ließ er sich an der Berliner Hochschule für die bildenden Künste bei Louis Tuaillon als Bildhauer ausbilden. Seine Arbeiten in Bronze, Stein und Holz waren seit 1910 in den Ausstellungen der Berliner Secession zu sehen und wurden wiederholt in den Zeitschriften „Die Kunst“ und „Deutsche Kunst und Dekoration“ besprochen. 1912 erhielt Langer den Großen Staatspreis für Bildhauerei, mit dem er einen Studienaufenthalt in Italien finanzieren konnte. Das Holzrelief „Amazonenkampf“ entstand 1914, im Anschluss an seine Rückkehr nach Berlin. Es zeigt im Bildzentrum eine erhöht und im Profil stehende Kriegerin mit wehendem Haar, die den Bogen spannt. Ihr Blick nach links in Richtung des imaginären Feindes wird von einer unter ihr positionierten, spähenden Amazone wiederholt, während sich eine dritte Kämpferin nach rechts unten wendet, wo ein zur Gruppe vorgedrungener Widersacher von ihrem Pfeil getroffen am Boden liegt. Das Motiv der neben- und hintereinander gestaffelten Frauenfiguren, deren kraftvolle, nackte Körper sich teilweise überschneiden, findet sich in Langers Reliefs auch beim Sujet der Badenden, wobei ihm das mythologische Thema des Amazonenkampfes größere Möglichkeiten für die Darstellung von Dynamik und Dramatik bot. 1919 gelangte das Werk durch einen Ankauf vom Künstler in die Sammlung der Nationalgalerie. In diesem Jahr wurde Langer an die Kunstakademie Düsseldorf berufen, an der er bis 1932 als Professor für Bau- und dekorative Bildhauerei lehrte. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz