Logo

Blumenstillleben mit Anemonen

Ident. Nr.: A III 204

ObjID: obj:958684

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
George Mosson (1851 - 1933),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenstillleben mit Anemonen
Übersetzung: Still Life with Anemones
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1930
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 32 x 38,2 cm
Erwerbung
1930 Ankauf vom Künstler durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung

Objektbeschreibung

Dreimal, 1927, 1928 und 1930, erwarb das preußische Kultusministerium im Rahmen seiner sozialen Künstlerförderung je ein Blumenstillleben von Mosson. Sie alle wurden in der Nationalgalerie inventarisiert („Blumenstillleben mit Gladiolen“, A III 109, und „Blumenstillleben mit Anemonen“, A III 204, vgl. „Blumenstillleben mit Tulpen“, A III 48), erhielten aber keine Katalognummern. Die drei Bilder fanden ihren Platz zunächst in den Räumen des Kultusministeriums, das ohnehin mehr und mehr mit zeitgenössischer Kunst ausgestattet wurde (Kristina Kratz-Kessemeier, Kunst für die Republik. Die Kunstpolitik des preußischen Kultusministeriums 1918 bis 1932, Berlin 2008, S. 692 f., 725). Vor allem die Blumenstillleben hatten Mosson am Anfang des Jahrhunderts bekannt gemacht: „Welche neuen Farbensensationen […] durch diese auf den Reiz als solchen sich zurückziehende, impressionistische Kunst in reinen Stilleben gewonnen wurden, kennt man aus den farbigüppigen Blumenstücken Mossons“ (Richard Hamann, Die deutsche Malerei im 19. Jahrhundert, Leipzig/Berlin 1914, S. 302). In den 1920er-Jahren aber wirkten diese Arbeiten Mossons eher unmodern. Nach Auflösung der Freien Secession 1924, der Mosson wie Max Liebermann, Max Slevogt und andere bei Teilung der Berliner Secession 1914 beigetreten war, stellte Mosson vorwiegend in der „Juryfreien Kunstschau“ im Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof aus. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz