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Liegender Akt

Ident. Nr.: A IV 430

ObjID: obj:958741

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Möhwald (1933 - 2016),
Künstler*in
Datierung
1976/1977
Weitere Titel
Sammlungstitel: Liegender Akt
Übersetzung: Reclining Nude
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1981
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 94,5 x 80 cm
Erwerbung
1981 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale

Objektbeschreibung

1998 gab der 65-jährige Möhwald ein langes Interview, aus dem sich sein Schaffen gut erklärt. Demzufolge lernte der in Halle wirkende Künstler um 1965 einige Maler der Berliner Schule kennen; besonders Harald Metzkes und Joachim Böttcher beeindruckten ihn nachhaltig. In der Folge entwickelte Möhwald in seinen Bildern eine lichte Farbigkeit und wählte zunehmend vereinfachte Formen. Weiterhin widmete er sich nur wenigen Themen: Hauptsächlich Straßenansichten, und Interieurs, ab 1970 auch zahlreichen Aktdarstellungen im Innenraum. Die jeweilige Umgebung dieser Akte ist stark reduziert, „um die Sache so abgehoben wie möglich zu machen. Es soll nicht eine konkrete Raumsituation sein, die schön wohnlich aussieht, […]. Der Akt liegt, sitzt oder steht in einer ganz neutralen, eher ungemütlichen Situation. Auf diese Weise erscheint er verletzlicher als in einer angenehmen Situation.“ (zit. nach Jürgen Scharfe, Otto Möhwald. Malerei, Halle 1998, S. 13) Bei diesem Werk wiederholt sich das Blau der mittleren Wandfläche aufgehellt im Bettbezug. Das Ocker der anderen Flächen betont die leuchtende Farbigkeit des mit angezogenen Beinen auf der Seite liegenden Frauenkörpers. Die einst auf eine Komposition von Mozart bezogene Formulierung „trostlose Heiterkeit“ hat Möhwald gern auf seine Bilder übertragen: „Ich habe dann darüber reflektiert, daß Farben, die allgemein Heiterkeit evozieren, bei mir manchmal gerade das Gegenteil bewirken. Dunkle Farben können ja auch Geborgenheit ausdrücken […] während helle Farben auch etwas Wüstenhaftes haben können. Die Wüste ist ganz hell und ganz und gar trostlos.“ (ebd., S. 13) | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz