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Stillleben mit Gipskopf

Ident. Nr.: B 801

ObjID: obj:958744

1966 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alexandra Povórina (1885 - 1963),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Gipskopf
Übersetzung: Still Life with Plaster Head
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1930–1963
Nachlass/Vermächtnis: Friedrich Ahlers-Hestermann,
1963–1966
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1966–1968
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 81 x 105 cm
Erwerbung
1966 Ankauf von Friedrich Ahlers-Hestermann durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Ab 1902 hatte Povòrina in München bei dem ungarischen Naturalisten Simon Hollósy Malunterricht genommen, da die Kunstakademie Frauen noch nicht offenstand. Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann, dem ungarischen Maler Károly Kiss, ging sie 1911 nach Paris und besuchte dort das „Russenatelier“ der Marie Vassilieff, einer Schülerin von Henri Matisse. Hier kam sie in engen Kontakt mit den Künstlern der kubistischen Avantgarde und lernte darüber hinaus ihren späteren zweiten Mann, den Maler Friedrich Ahlers-Hestermann, kennen. 1913 übernahm sie im russischen Wjatka die künstlerische Leitung von Kursen für Bauern und Handwerker, die sich kunsthandwerklichen Techniken widmeten. 1919 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession. Povòrina näherte sich der Abstraktion an und gehörte später der 1931 gegründeten Gruppe Abstraction-Création an. Im vorliegenden, in Köln entstandenen Gemälde (hier hatte ihr Mann 1928 einen Lehrauftrag an der Werkbundschule erhalten) kreuzen sich die Formensprache des Kubismus, die starke Farbigkeit der russischen Volkskunst und Elemente der gegenstandslosen Malerei auf harmonische Weise. Die von der Künstlerin mitorganisierte Wanderausstellung „Zeichen und Bilder“, die die gegenstandslose Malerei in Deutschland bekannt machen sollte, wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten. 1934 erhielt Povòrina Ausstellungsverbot. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz