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Bildnis Renée Sintenis

Ident. Nr.: NG 67/81 (14)

ObjID: obj:958745

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emil Rudolf Weiss (1875 - 1942),
Künstler*in
Datierung
um 1915-1920
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
391097
Nachlass/Vermächtnis: Renée Sintenis, Berlin,
1942–1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Leinwand auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 35 x 25 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Im Jahr 1917 heiratete Weiss in zweiter Ehe die Bildhauerin Renée Sintenis (1888–1965), die zwischen 1908 und 1912 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin seine Schülerin gewesen war. Die beiden verbrachten bis zum Tod von Weiss nicht nur ein harmonisches Leben miteinander, sondern sie gestalteten und illustrierten auch eine Vielzahl von Büchern gemeinsam und fertigten andere gebrauchsgrafische Arbeiten an. Insgesamt elf Mal hat Weiss seine 13 Jahre jüngere Lebensgefährtin als attraktive und selbstbewusste Frau in unterschiedlichen privaten Situationen porträtiert. In der wohl zwischen 1915 und 1920 entstandenen kleinformatigen Kopfstudie konzentrierte sich der Künstler dagegen allein auf die ausdrucksstarken Gesichtszüge der Bildhauerin, die er im Halbprofil mit ernstem Blick und zurückgekämmtem Haar vor einem hellblauen Hintergrund zeigt. Es ist ein Charakteristikum von Weiss’ Bildnissen, der außer seiner Frau auch Freunde porträtierte, eine gewisse Distanz zu seinen Modellen zu bewahren und dennoch die zentralen Eigenschaften ihres Wesens offenzulegen. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz