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Maschine

Ident. Nr.: NG 25/69

ObjID: obj:958758

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Mark Brusse (1937 -),
Künstler*in
Datierung
1963
Weitere Titel
Sammlungstitel: Maschine
Übersetzung: Machine
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz und Eisen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 100 x 105 x 49 cm
Erwerbung
1969 Ankauf von Benjamin Katz, Galerie Bassenge, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Der Niederländer Brusse studierte 1954–1959 in Arnheim und ging 1960 nach Paris, wo er schnell Kontakt zu den Nouveaux Réalistes um den Kritiker Pierre Restany knüpfte. Sein damaliges Atelier befand sich auf dem Dachboden eines Lagers auf dem Friedhof von Montparnasse. Seit einer Reise durch Spanien 1959 strebt Brusse, inspiriert vom dortigen Kunsthandwerk, in seinen Arbeiten nach einer größtmöglichen materiellen Harmonie mit dem jeweiligen Entstehungsort. Holz, Nägel und Ketten spiegeln daher den Pariser Dachboden und prägen seine rustikalen Assemblagen der Jahre 1960–1965 und somit auch diese „Maschine“. Griffe und Ketten scheinen eine Funktionalität anzuzeigen und doch entzieht sich die Arbeit durch ihre Dysfunktionalität dem Verständnis. „Maschine“ ist im Kontext von Brusses Serie „Soft Machines“ zu sehen, in der sich die Arbeiten, anders als die der ersten Pariser Serie „Clôtures“, nicht mehr reliefartig an der Wand, sondern freistehend im Raum präsentieren. 1965, nach der dritten Pariser Serie „Strange Fruits“, vollzog Brusse mit der temporären Übersiedelung nach New York einen Bruch in seiner Formensprache, denn auch hier sollten seine Werke subtil das Umfeld widerspiegeln. Ein solcher Wechsel wiederholte sich bei seiner Rückkehr nach Paris 1967 und auf den bis heute folgenden Reisen, die ihn unter anderem nach Benin, Deutschland, Indien, Japan und Südkorea führten. Der Kontakt zu den jeweils lokalen Handwerker*innen schlägt sich im Œuvre Brusses in einer enormen Vielfalt an Materialien und Techniken nieder. | Tizian Holzbach

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz