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Süddeutsche Landschaft

Ident. Nr.: A III 37

ObjID: obj:959004

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Joseph Doll (Lebensdaten unbekannt),
Künstler*in
Datierung
vor 1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Süddeutsche Landschaft
Übersetzung: Southern German Landscape
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 65,5 x 75,7 cm
Erwerbung
1927 Ankauf durch den Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, aus der "Herbstschau hessischer Kunst" in Kassel und in der Nationalgalerie inventarisiert

Objektbeschreibung

Das Gemälde des 1901 in der bayerischen Gemeinde Wiedergeltingen geborenen Doll zeigt ein Dorf inmitten eines Tals, umgeben von grünen Hügeln; im Hintergrund sind schroffere blaugraue Bergmassive zu erkennen. Die roten Dächer und farbigen Fassaden der Häuser bilden mit der gelb-grünen Wiesenlandschaft farbenfrohe Kontraste. Dunkel schiebt sich ein Wäldchen aus Nadelbäumen in die Szenerie. Die Häuser versinken nahezu in der Landschaft, insbesondere im vorderen Bereich des Bildes überragt die Wiese aus harschen Strichen die Mauer. Den leicht unruhigen Eindruck der Komposition unterstreicht die Platzierung der Häuser, eine klare Perspektive ist schwerlich zu erkennen. In Farben und Formen erinnert das Bild an Paul Cézannes kubisch anmutende Landschaften. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz