Jules Dalou
Ident. Nr.: B I 108
ObjID: obj:959011
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1883 (Guss 1896)
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Jules DalouÜbersetzung: Bust of the Sculptor Jules Dalou
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 51,5 x 42 x 23,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959011
Objektbeschreibung
Der zu seiner Zeit in ganz Europa berühmte Bildhauer Jules Dalou (1838-1902) war anfänglich mit Rodin befreundet. Die beiden nahezu gleichaltrigen Künstler arbeiteten zeitweise zusammen, und 1906 erinnerte sich Rodin, wie Dalou als junger Mann aus finanzieller Bedrängnis jede Arbeit annahm. Zwischenzeitlich war es zwischen den konkurrierenden Freunden zu erheblichen Diskrepanzen gekommen. Rodins kompromißlos moderne Positionen stießen allgemein zunächst noch auf Ablehnung; dem vergleichsweise gemäßigten Dalou fielen hingegen die offiziellen Aufträge zu, weshalb Rodin ihn bezichtigte, er wolle sich zum französischen Staatskünstler seiner Zeit profilieren. - Das Bildnis zeigt die schillernde Persönlichkeit Dalous, der sensibel und stolz, verletzlich und stark zugleich wirkt. Nur wenige Jahre, bevor diese Büste entstand, war Dalou, der aufgrund seines Engagements für die Pariser Kommune 1871 ins englische Exil gegangen war, wieder nach Paris zurückgekehrt. Während des Exils hatte er sich einen Namen gemacht, so daß ihm nach seiner Rückkehr nach Frankreich eine führende künstlerische Position zufiel. Rodins Büste zeigt den Stolz und die Distanz des erfolgreich Heimgekehrten. Die vergleichsweise kleinen Augen wirken kritisch zugekniffen, der schmale Mund schweigsam. Rodins differenzierende Beobachtung erfaßt die Größenverhältnisse innerhalb des Gesichts, die unterschiedlich gestraffte Haut über den Knochen, die buschigen Haare. Mit der raschen Modellierung geht der souveräne Verzicht auf anekdotische Details einher. Zeitlos wirkt die hohe Gesamtform der Büste, die in diesem Porträt zugleich eine Metapher des modernen künstlerischen Selbstverständnisses gibt. - Es handelt sich um den zweiten von mindestens 14 Güssen. Dieses Exemplar wurde 1896 beim Verein Bildender Künstler Münchens (Secession) bestellt; der Guß dürfte demnach in jenes Jahr zu datieren sein. Weitere Güsse befinden sich unter anderem in der Kunsthalle Bremen, in der Galleria Nazionale d'Arte Moderna, Rom, und in der Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen. | Bernhard Maaz
Letzte Aktualisierung: 27.05.2026
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