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Der Tänzer Caird Leslie

Ident. Nr.: NG 12/87

ObjID: obj:959055

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Tänzer Caird Leslie
Übersetzung: The Dancer Caird Leslie
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Caird Leslie, New York,
1970–1987
Material / Technik
Gips, bemalt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 52,5 x 20 x 12 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1987 Geschenk von Fredric B. Neumark, New York, aus dem Nachlass von Caird Leslie

Objektbeschreibung

Ihre Plastik des US-amerikanischen Tänzers und späteren Ballettlehrers Caird Leslie (um 1900–1970) fertigte Sintenis 1931 an. Ein Jahr zuvor war Leslie zusammen mit der Tanzgruppe von Vera Skoronel zu einem Gastspiel in Berlin gewesen, bei dem ihn möglicherweise auch Sintenis auf der Bühne erlebt hatte. Leslie hatte in New York und London studiert und bei einer Produktion des russisch-amerikanischen Choreografen Michel Fokine einen seiner ersten Auftritte geben können. In Berlin brachte der Tänzer die „Versuchung des Johannes“ auf die Bühne. Der „Deutsche Theaterdienst“ beschrieb seine Darbietung als „heimlich wirkende, aber eben noch ganz ungetanzte, nur erst in gelegentlichen Stellungen angekündigte Andacht“ (Deutscher Theaterdienst, 11.10.1930). Offensichtlich orientierte sich Sintenis an diesem Auftritt oder aber an einer Fotografie von Frieda Riess, die Leslie in ganz ähnlicher Pose aufgenommen hat (Deutsches Tanzarchiv Köln). Der Aufführung entsprechend stellte Sintenis in ihrer Plastik den schmalen, androgynem Tänzer relativ statisch dar. Einzig der Ausfallschritt, die in die Hüfte gestemmte Hand und der gen Himmel gerichtete Arm tragen den verhaltenen Tanzbewegungen Leslies Rechnung. Offenbar befand sich die Kleinplastik bis zum Tod von Caird Leslie in dessen Besitz, bevor sie 1987 über seinen Nachlass als Geschenk in den Bestand der Nationalgalerie (West) gelangte. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz