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Porträt Erna Goldmann (Porträt Aenne)

Ident. Nr.: B III 40

ObjID: obj:959090

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Joachim Karsch (1897 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Erna Goldmann (Porträt Aenne)
Übersetzung: Portrait of Erna Goldmann (Portrait of Aenne)
Aenne (Erna G., I)
Aenne I
Geografische Bezüge
Provenienz
Dr. Dieter Schmidt, Dresden,
1967
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38 x 22 x 23 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1967 Ankauf von Dr. Dieter Schmidt, Dresden

Objektbeschreibung

Der in Schlesien geborene Bildhauer und Grafiker Karsch besuchte bereits mit 14 Jahren die Breslauer Kunstgewerbeschule. Volljährig setzte er 1915 seine Ausbildung an der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin fort, brach sie jedoch nach nur drei Semestern enttäuscht ab. Bereits in dieser Zeit entstanden die ersten Porträts und Figuren, die bis Anfang der 1920er-Jahre noch vom Expressionismus geprägt waren. In den darauffolgenden Jahren wurden Karschs Köpfe und Figuren naturalistischer, wobei die Arbeitsspuren der ursprünglich in Gips ausgeführten Arbeiten später im Bronzeguss sichtbar blieben. Auch in dem „Porträt Erna Goldmann“ sind die Spuren des Künstlers deutlich zu erkennen und bewusst als Stilmittel eingesetzt. Karsch schuf seine Bildnisse zumeist direkt vis-à-vis dem Modell. Erna (Aenne) Goldmann (Lebensdaten unbekannt) hatte er vermutlich spätestens 1929 kennengelernt. Aus dieser Zeit ist eine bis 1938 andauernde Korrespondenz zwischen beiden erhalten (Archiv Galerie Nierendorf, Berlin). Bei der Porträtierten handelte es sich wohl um die Schwägerin des Bankiers Rudolf Gleimius, von dem Karsch im selben Jahr ein Bildnis anfertigte (WVZ Karsch 1997, 1929/5). Näheres konnte über Goldmann nicht herausgefunden werden. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz