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Kohlgrub bei Oberammergau

Ident. Nr.: A II 515

ObjID: obj:959107

Details (Expert)

Beteiligte
Theodor Wedepohl (1863 - 1931),
Maler*in
Datierung
1919
Provenienz
Frau Prof. Wedepohl, geb. Siegmund, Berlin-Charlottenburg (Ehefrau des Künstlers),
30.8.1926
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 49,4 x 69,5 cm
Erwerbung
1926 Geschenk der Ehefrau des Künstlers, Kathy Wedepohl, Berlin

Objektbeschreibung

Der gebürtige Westfale Wedepohl studierte ab 1882 an der Berliner Hochschule für die bildenden Künste sowie in Privatateliers. Ab 1887 präsentierte er Werke, vor allem Porträts, auf den Akademieausstellungen und den „Großen Berliner Kunstausstellungen". Er war unter anderem in Magdeburg, Essen, Dortmund, Leipzig und Bad Saarow tätig. Ab 1900 hielt er sich für ein Jahr in Rom auf. 1906 wurde er Professor in Berlin. Um 1910 reiste er nach Island, die dort gewonnenen Eindrücke fanden in zahlreichen Landschaften Niederschlag. 1926 wanderte er in die USA aus. Nach seinem Tod 1931 zeigte die Berliner Galerie Gurlitt eine Gedächtnisausstellung. Wedepohl hat „die Welt bereist und die letzten Jahre in New York gelebt, wo er großen Erfolg hatte. Hier sind besonders die landschaftlichen Studien aus Island bemerkenswert in der impressionistischen Wiedergabe der nordischen Helligkeit von Farbe und Licht“ (Dora Landau, [Kunstausstellungen in Berlin], in: Der Kunstwanderer, 13./14. Jg. [1931/1932], Oktoberheft, S. 63). 1926, im Jahr der Auswanderung Wedepohls in die USA, bot dessen Gattin, Kathy, mehrere Werke des Künstlers der Nationalgalerie zum Geschenk an. Deren Direktor, Ludwig Justi, wählte das Bild „Hafen von Reykjavik“ (Kriegsverlust) und diese Ansicht des oberbayerischen Ortes Kohlgrub aus. In der gebirgigen Winterlandschaft mit bläulichem Schnee auf ockrig schimmernden Feldern stehen mehrere Gehöfte. Ihre roten Dächer leuchten überraschend. Aus Baumgruppen ragt rechts ein Kirchturm hervor. Der leicht bewölkte lichte Himmel erzeugt milde Stille. Auf der Rückseite des Bildes befindet sich ein wohl verworfenes Mohnblumenmotiv. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Edward T. Pearson

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Die Porträtbüste Edward T. Pearsons (Lebensdaten unbekannt) wirft einige Fragen auf. Interessant ist, dass sie 1930 beim Künstler gegen einen Aufpreis gegen ein früheres Werk, und zwar den „Kopf von Werner Krauß“ (Verbleib unbekannt), ertauscht wurde. Dieser war 1922 erworben worden, wiederum durch einen Tausch. So war das erste Werk, das die Nationalgalerie von Ebbinghaus besaß, eine 1912 auf der Ausstellung der Berliner Secession ausgestellte Bildnisbüste des Malers Albert Hertel (Verbleib unbekannt). Doch wer mag das Tauschgeschehen angeregt haben? War es der Künstler, der immer sein bestes Werk in der Sammlung der Nationalgalerie wissen wollte? Es erscheint wahrscheinlicher, dass die Nationalgalerie Initiator des Tauschs gewesen war und es um den Dargestellten ging. Wer Pearson war, lässt sich jedoch heute nicht mehr sicher bestimmen. Er ist als alter Mann porträtiert. Nase und Ohren sind groß, das Gesicht faltig, der Haaransatz hoch und die Augen trüb. Die Zufälligkeit der Patinierung wirkt geschickt genutzt, da sie den Eindruck des Alters verstärkt. Im Inventarbuch findet sich der Hinweis, dass es sich um den Bruder der Mutter von Ebbinghaus handelt, einen englischen Kaufmann. In Paris lebte ein Engländer und Kunstsammler mit dem Namen Pearson, der enge Beziehungen zu Berlin besessen haben muss. Sein Nachlass wurde 1927 auf einer großen Auktion in der Berliner Kunsthandlung Cassirer angeboten, auf der auch die Nationalgalerie ein Werk („Italienische Landschaft“, A II 587) erwarb. In diesem Sinne wäre es von Interesse gewesen, die Büste des Kunstsammlers zu besitzen. | Johanna Yeats

Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

Läuferin

Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz