Venus und Amor
Ident. Nr.: B I 310
ObjID: obj:959109
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1864-1866
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Marmor
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 112 x 81 x 59 cm (mit Plinthe)Höhe: 112 cmBreite: 81 cmTiefe: 59 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959109
Objektbeschreibung
Nicht nur die vielgerühmte Sinnlichkeit Begas’, sondern auch sein subtiler Humor tragen zur Popularität dieser Komposition bei: Der kindliche Liebesgott Amor wendet sich trostsuchend an Venus, seine Mutter, nachdem ihn eine Biene stach. Wenngleich sie sich mit mütterlicher Fürsorge und zurückhaltendem Ernst dem kindlichen Schmerz zuwendet, bewahrt sie doch eine gewisse innere Distanz, indem sie Amor mahnend darauf hinweist, dass der Schmerz durch den Stich der Biene vergleichsweise gering sei gegenüber jenem anhaltenden Leid, das der kleine Gott seinerseits mit seinen abgeschossenen Liebespfeilen verursacht. Die für Begas charakteristische sensible Oberflächenbehandlung, die geradezu naturalistische Darstellung von Fettpölsterchen und Hautfalten, die erzählerischen Details wie etwa die abgespreizten Finger der kindlichen Hände, die genrehafte Profanierung der edlen Göttin Venus – all das war in der klassizistisch geprägten Berliner Bildhauerschule neu und rief heftige Kritik auf den Plan. Bezeichnenderweise schlug der Kritiker Max Schasler einen anderen, narrativen Titel vor –»Trost in Kindesschmerz« –, weil er in dieser Gestalt nicht so sehr die antike Venus als eine olympische Göttin, sondern eine Frau und Mutter seiner Zeit verkörpert sah: »Die ideale Bedeutung widerspricht der realistischen Behandlung«, konstatierte er in der Zeitschrift »Die Dioskuren« 1866 (S. 167). Die Marmorfassung entstand gegen 1866 für den Berliner »Eisenbahnkönig« Bethel Henry Strousberg, in dessen Besitz sie nur bis zu seinem finanziellen Ruin 1874 blieb. Begas kaufte das Werk dann offenbar zurück; aus seiner Nachlassauktion erwarb es die Nationalgalerie 1912. | Bernhard Maaz
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a