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Sitzender auf Baumstumpf

Ident. Nr.: B III 277

ObjID: obj:959155

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann Blumenthal (1905 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1930/1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sitzender auf Baumstumpf
Übersetzung: Man Seated on a Tree Stump
Mann auf Baumstumpf
Provenienz
im Keller der zerstörten Akademie der Künste, Berlin geborgen,
396370
Karl Hillert, Berlin,
um 1950 - 1988
Material / Technik
Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 104,5 x 49,5 x 71 cm
Maße Transport: 122 x 99 x 64 cm (Verschlag)
Erwerbung
1988 Ankauf von Karl Hillert, Berlin aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Blumenthal war Anfang der 1930er-Jahre ein aufstrebender Künstler. Nach einer Ausbildung zum Steinbildhauer in Essen hatte er 1925 unter dem Eindruck von Wilhelm Lehmbruck sein Studium an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Noch vor dessen Beendigung erhielt Blumenthal im Dezember 1930 den Großen Staatspreis für Bildhauerei, der von der Preußischen Akademie der Künste vergeben wurde. In jener Zeit fand er auch zu seinem charakteristischen Figurenstil. Dieser drückt sich in einem gelängten Körperaufbau, einer statuarischen Haltung, einer Überproportionierung von Füßen und Händen sowie in einem stilisierten Gesicht aus. Es ist eine artifizielle, zeichenhafte Bearbeitung der Skulptur, die auf eine differenzierte Ausführung von Details verzichtet, wie sie sich auch an dem „Sitzenden auf Baumstumpf“ ablesen lässt. Werner Haftmann hat Blumenthals Figuren, ebenso wie die von Ludwig Kasper oder Gerhard Marcks, im September 1934 als ein autonomes plastisches Bekenntnis beschrieben, als Rückbesinnung auf die Urformen der Bildhauerei, die sich von den Bedingungen der Optik löse und die Form als abstraktes strukturelles Element begreife (Werner Haftmann, Grundsätzliches über die neue Bildhauerei, in: Kunst der Nation, 11. Jg. [1934], H. 17). Um 1950 konnte der Bildhauer Kurt Hiller den Gips „Sitzender auf Baumstumpf“ aus dem Keller der zerstörten Hochschule für Bildende Künste am Steinplatz in Berlin bergen. Mit der Einwilligung der Erben Blumenthals übergab er die Skulptur 1988 der Nationalgalerie (Ost) mit der Auflage, dass keine weiteren Güsse von ihr entstehen. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz