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Architektur

Ident. Nr.: NG 7/69

ObjID: obj:959209

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Klee (1879 - 1940),
Künstler*in
Datierung
1923
Weitere Titel
Sammlungstitel: Architektur
Übersetzung: Architecture
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1940
Nachlass/Vermächtnis: Lily Klee, Bern,
1940–1943
Kauf: Sammlung Hermann Rupf und Margrit Rupf-Wirz, Bern, von Lily Klee erworben oder getauscht,
1943 - mind. 1956
Galerie Renée Ziegler, Zürich,
frühestens 1956 - 1968
Material / Technik
Öl auf Hartfaserplatte
Abmessungen
Höhe x Breite: 58 x 39 cm
Erwerbung
1968 Ankauf von der Galerie Renée Ziegler, Zürich/Zollikon

Objektbeschreibung

Das Gemälde „Architektur“ entstand in der Zeit, die Klee als Meister am Bauhaus verbrachte, zunächst in Weimar, ab 1925 in Dessau. Er unterrichtete in den Werkstätten für Glas, Buchbinderei, Goldschmiedekunst und Weberei, leitete gemeinsam mit Wassily Kandinsky freie Malkurse und trug mit seinen Vorlesungen zur „Bildnerischen Formlehre“ maßgeblich zur Grundausbildung junger Bauhäusler bei. „Architektur“ zeigt eine Gebäudestruktur aus aufeinandergestapelten farbigen Kuben. Wie bei den Bauklotzgebilden eines Kindes lässt sich nicht genau sagen, um welche Art Bau es sich handelt – ob um Stadtkulisse, Hochhaus oder Schlossfassade. Die Farbpalette ist reduziert auf Gelb, Blauviolett, Schwarz und Weiß, die jedoch in ihren unterschiedlichen Mischungen ein breites Spektrum an Tönen ergeben. Nach oben hin wird das von einem gelben und einem weißen Dreieck bekrönte Arrangement dichter, farbreiner und heller. Für den Musikliebhaber und talentierten Violinisten Klee spielte das Musikalische eine große Rolle in seinem bildnerischen Schaffen. Auch in „Architektur“ suchte er den Dialog mit der Musik: Die „Töne“ der Farben finden ebenso ihre Analogie im Klang wie die rhythmisch orchestrierte Komposition und das an eine Tonleiter erinnernde Aufsteigen von dunkel nach hell. Nimmt man hinzu, dass das Gemälde auch textile Züge trägt – es assoziiert eine Webstruktur oder ein Flickenwerk –, so passt das Wort „Klangteppich“ bestens. | Christina Thomson

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz