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Die Ruine

Ident. Nr.: A III 426

ObjID: obj:959265

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Harry Deierling (1894 - 1989),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Ruine
Übersetzung: The Ruin
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80 x 115 cm
Erwerbung
1952 Überweisung von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten der DDR

Objektbeschreibung

Nur wenige Werke des Künstlers aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sind erhalten. 1943 wurde sein Berliner Atelier ausgebombt, wobei rund 600 Gemälde und 1.000 Aquarelle verloren gingen. „Die Ruine“, im selben Jahr wie Deierlings „Selbstporträt im Spiegel“ (A IV 410) entstanden, führt eine symbolhaft düstere Welt vor Augen. Dargestellt ist die Ruine Zolchow am Plessower See in Kemnitz bei Werder an der Havel (heute nur noch in Bruchstücken erhalten). Ausflugsziele wie diese waren ein idealer Rückzugsort für den unangepassten Maler, der während der Zeit des Nationalsozialismus ebenso wie später in Ost-Berlin bis ins hohe Alter als Brotverkäufer, Strandkorbvermieter oder Sportplatzmeister arbeitete, um sich seine künstlerische Unabhängigkeit zu bewahren. Deierling hat die romantische Szenerie in ein spukhaft beleuchtetes Landschaftstheater aus Pappmaché verwandelt: Wie Teile einer Bühnenkulisse schieben sich von links die toten Bäume als Repoussoir in den Raum, kleine Mauern und großen Steine lenken den Blick in die Tiefe des Raumes, auf die Überbleibsel der mittelalterlichen Burg – ein plakatives Zeugnis der Vergänglichkeit menschlicher Macht. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz