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Damals

Ident. Nr.: NG 24/69

ObjID: obj:959295

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Piero Dorazio (1927 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1968
Weitere Titel
Sammlungstitel: Damals
Übersetzung: Back Then
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 200 x 190 cm
Erwerbung
1969 Ankauf von der Galerie Springer, Berlin (West), aus Spendenmitteln der Bayer AG, Leverkusen

Objektbeschreibung

Im Jahr 1968 erläuterte Dorazio einige formale Themen seiner Malerei. Zwei Passagen scheinen den Aufbau des Gemäldes „Damals“ genau zu beschreiben: „Übereinanderlagernde Farbbänder […] [Dieses Motiv] enthält zwei oder mehr Farben und wird gelegentlich sogar unterbrochen, ja im Übergang von Farbe zu Farbe zerrissen.“ Außerdem: „Die wie Intarsien oder Teile eines Puzzles wirkenden Formen setzen sich zu Bändern von gesteigerten Dimensionen zusammen.“ (Übersetzung aus dem Katalog zur Ausstellung Piero Dorazio – pitture recenti, Rom, November – Dezember 1968, in: Piero Dorazio, Ausst.-Kat. Haus am Waldsee, Berlin [West], 1969, o. S.) Anders gesagt: Die Streifen ergeben nicht mehr nur ein Puzzle, sondern bestehen ihrerseits aus Puzzleteilen, sodass die Farbe jedes Streifens changiert. „Damals“ setzt sich also aus mehrfarbigen Streifen zusammen, die wie in früheren Bildern gewebeartig übereinandergelagert sind. Dabei vermischen sich deren Farben so, als würden sie mehrere Schichten durchdringen. Das Raster, mittels dessen Dorazio in früheren Bildern eine Textilstruktur evozierte, wird aufgelockert. Obwohl der Künstler meist nach relativ klar definierten Grundsätzen arbeitete, ließen diese genügend Raum für Experimente, die zu einem vielseitigen Œuvre führten. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz