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Lichtraum

Ident. Nr.: NG 5/00 NG 11/03 B 1384 (a,b)

ObjID: obj:959312

Zum Teil durch das Land Berlin und mit Mitteln aus dem Nachlass Renée Sintenis erworben
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Piene (1928 - 2014),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1961-1999
Weitere Titel
Sammlungstitel: Lichtraum
Übersetzung: Lightroom
Abmessungen
Installationsmaß: cm variabel
Erwerbung
2000-2003 Ankauf vom Künstler, Groton (MA)/Düsseldorf, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (Teil 2 und 3) und dem Nachlass Renée Sintenis (Teil 4, 2003)

Objektbeschreibung

Pienes „Lichtraum“ in der Nationalgalerie bezeugt das anhaltende Interesse des Künstlers für das immaterielle Medium Licht als Gestaltungsmittel. Im Rahmen eines kommerziellen Auftrags hatte er bereits 1955 für einen befreundeten Fabrikanten Lichtkästen mit Lochblenden angefertigt. Aber erst 1959 nutze er dieses Mittel für eine eigene Arbeit, indem er bei seiner ersten Einzelausstellung ein „archaisches Lichtballett“ aufführte, bei dem er Licht aus Handlampen durch Rastersiebe auf die Wände des abgedunkelten Galerieraums projizierte. Angeregt von den motorisierten Objekten Jean Tinguelys entwickelte Piene in der Folge Lichtmaschinen und ein „automatisches Lichtballett“. Auf der „documenta III“ in Kassel 1964 zeigten die ZERO-Künstler Piene, Heinz Mack und Günther Uecker einen gemeinsamen „Lichtraum (Hommage à Fontana)“ (Kunstpalast Düsseldorf). Frühestes Element des von Piene allein gestalteten „Lichtraums“ der Nationalgalerie ist ein zwischen 1961 und 1963 hergestellter schwarzer Scheibenprojektor. Ergänzt wurde dieses historische Lichtobjekt durch drei perforierte Metallwürfel aus den Jahren 1991, 1994 und 1999. Lichtquellen im Inneren, elektronische Antriebe, eine Zeitschaltung und die Tonspur jener verfremdeten Klaviermusik, die 1959 das erste „Lichtballett“ begleitet hatte, lassen ein Spiel einander überlagernder und kreuzender, pulsierender und tanzender, punktueller und diffuser Licht- und Schattenformen entstehen. Die Integration von Licht, Raum, Zeit und Bewegung soll ein kosmisch-meditatives Erleben ermöglichen. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans