Alte Zeichen
Ident. Nr.: NG 2/88
ObjID: obj:959385
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1933
- Material / Technik
- Öl und Papier auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 150 x 280 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959385
Objektbeschreibung
Das großformatige, in dunklen Farben gehaltene Gemälde wird bestimmt durch ein schwarzbraunes Liniengeflecht und schwarzgraue Kreise, die einem technischen oder organischen Mechanismus gleichen. Aus dem gräulichweiß schimmernden Hintergrund und dem diffusen Gitternetz, das einerseits an unterirdische Schächte, andererseits an sich bewegende Mikroorganismen erinnert, lässt sich sowohl Winters sublimierte Seherfahrung als Bergmann – als der er einige Jahre gearbeitet hatte – als auch seine Vorstellung von der Erde als Lebewesen herauslesen. Es ist eine zeichenhafte, abstrakte Naturinszenierung, die sich in seinen Werken auftut, glaubte der Künstler doch, in den Gesetzmäßigkeiten und Rhythmen der Natur Vorbilder und Parallelen für tieferliegende gestalterische Zusammenhänge zu finden. Winter begab sich in seinen Bildern auf die Suche nach einer elementaren, „universellen“ Wirklichkeit, die für ihn alle ursprünglichen Dinge und Rätsel, die den Menschen bestimmen, umfasste. Jenseits dieser naturhaften Interpretation einiger seiner Werke aus jener Periode kann man angesichts der Schwere und Dunkelheit des Bildaufbaus auch eine Parallele zur kulturpolitischen Situation um 1933 ziehen. Schon im Jahr der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Winter zunächst nach Allach in die Nähe von München und zwei Jahre später nach Dießen am Ammersee zurück. 1937 erhielt er Malverbot. 1939 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Im Verborgenen setzte Winter seine künstlerische Arbeit trotzdem konsequent fort. Die in den 1930er- und 1940er-Jahren entstandenen Werke bildeten den Grundstein für seinen künstlerischen Erfolg nach 1945. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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Neue Nationalgalerie
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