Der Geschlagene
Ident. Nr.: B III 159
ObjID: obj:959390
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1949
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der GeschlageneÜbersetzung: Beaten Man
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Fritz Cremer,
1956 - Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 51 x 18 x 23 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959390
Objektbeschreibung
Cremers Aufzeichnungen zufolge war ein Mahnmal-Entwurf für die französischen Häftlinge im Konzentrationslager Ebensee das sechste in einer Reihe gleichartiger Projekte in den Jahren 1947 bis 1950 (Akademie der Künste, Berlin, Fritz-Cremer-Archiv, Nr. 109). Das KZ Ebensee war ein Außenlager des Lagers Mauthausen in Oberösterreich, in dem vorwiegend politische Gefangene und Menschen mit jüdischen Wurzeln interniert waren. Cremers Entwurf sah die lebensgroße Figur eines „Geschlagenen“ vor, der auf die Knie gesunken ist, aber noch die Faust hebt, in einer letzten kämpferischen Geste. Die Figur scheint noch im Begriff dieser Bewegung und wirkt damit dynamischer als die „Anklagende“ (B I 649) oder die „Trauernde“ (B I 648) vom Wiener Zentralfriedhof. Cremers Gedanken zu diesem Mahnmal hatten einen idealistischen und zukunftsgerichteten Aspekt. Später hielt er in seinen Notizen eine Inschrift fest, die an der Wand einer Baracke in Ebensee entdeckt worden war: „Ich sterbe, damit das Leben frei und schön sei und Frankreich einen Frühling habe“ („Pour que la vie soit libre et belle et que la France ait un printemps“; ebd. und Gerd Brüne, Pathos und Sozialismus, Weimar 2005, S. 88). Wie der geschlagene Mann selbst in der Wehrlosigkeit Widerstand übt, so verweist das Zitat auf eine spätere Befreiung – wenn auch nicht die eigene. Dieser Entwurf wurde nicht realisiert. | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 26.03.2026
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