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Porträt Emil Rudolf Weiß

Ident. Nr.: NG 61/81

ObjID: obj:959444

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Emil Rudolf Weiß
Übersetzung: Portrait of Emil Rudolf Weiß
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36,5 x 16,5 x 19 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Von 1917 bis zu seinem Tod im Jahr 1942 war Sintenis mit dem 13 Jahre älteren Maler und Typografen Emil Rudolf Weiß (1875–1942) verheiratet. Kennengelernt hatten sich beide im Umfeld der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums, an der Weiß seit 1907 dekorative Wandgestaltung lehrte. Sintenis war dort bis 1910 als Studentin im Fachbereich „Dekorative Plastik“ eingeschrieben. Weiß gehörte zu den frühen Förderern seiner späteren Frau. Er selbst war zu Beginn der 1920er-Jahren Mitglied der renommierten Berliner Secession und im Kulturleben der Stadt bestens etabliert. 1929 schuf Sintenis ein ausdrucksstarkes Porträt ihres Mannes in Ton. Es ist das einzige Bildnis, das sie von ihm angefertigt hat. Dies steht im starken Gegensatz zu der großen Menge an Porträtstudien, die Weiß von seiner Frau in den Jahren ihrer Ehe festgehalten hat und von denen sich heute zwei im Bestand der Nationalgalerie befinden (NG 67/81 [14] und A II 469). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz