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Flußlandschaft

Ident. Nr.: A III 887

ObjID: obj:959556

Details (Expert)

Beteiligte
Johannes Graf (1837 - 1917),
Maler*in
Datierung
vor 1900
Provenienz
Dr. Ludwig Thormaelen, Berlin,
376621
Material / Technik
Öl auf Papier auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 42 x 28,7 cm
Erwerbung
Vor 1939 übernommen von Dr. Ludwig Thormaehlen, bis 1933 Kustos der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Der nahe bei Posen geborenen Maler Johannes Graf studierte in den 1850er Jahren an den Akademien in Berlin und München, bevor er einige Studienreisen ins Riesengebirge, durch Deutschland, Tirol und nach Italien unternahm. 1882 ließ er sich schließlich in Bad Landeck (Lądek-Zdrój) in Schlesien, heute Polen, nieder. Dort schuf er von der umliegenden bergigen Landschaft zahlreiche Skizzen in Bleistift, Aquarell und Öl, wie die vorliegende kleinformatige Ölskizze eines Flußlaufs am Fuße eines Berges. Die Skizze wurde zu unbekannter Zeit auf ein kleineres Format zugeschnitten, vermutlich um die Wirkung der Ölskizze bei engerem Naturausschnitt zu simulieren, später aber wieder als Ganzes montiert. Im Juni 1918 wurde sie auf der Nachlaßausstellung im Schlesischen Museum der Bildenden Künste in Breslau gezeigt. Sie verblieb aus dem Besitz von Dr. Ludwig Thormaehlen (1889–1956) in der Nationalgalerie; Thormaehlen war dort seit 1914 unter Ludwig Justi als Kustos tätig gewesen, bis er 1933 an die Kunstsammlungen Kassel wechselte. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Weitere Objekte aus den Sammlungen

Am Kamin

Am Kamin

Menzels späte historische Darstellungen – stets in Kabinett-Formaten und viel öfter in Gouache als in Ölfarben ausgeführt – sind wieder, wie die allerersten (vgl. »Der Gerichtstag«, Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 896) im Alltag des 17. Jahrhunderts angesiedelt. Ihre anekdotische, nicht selten satirisch akzentuierte Handlung folgt keiner historischen oder literarischen Vorlage. Im Vergleich zu Gesellschaftsstücken des holländischen ›Goldenen Zeitalters‹ zeigt sich eine viel analytischere, individuellere, momentanere Schilderung der Charaktere.Unschwer zu deuten ist die Kaminszene mit ihrer im Halbdunkel zwischen den Kulissen von Kamin und Sesselkante gezwängten, bis in die vorderste Bildebene vorstoßenden Figurengruppe. Der ursprüngliche Titel lautete »Überrumpelung«, und man errät, daß das ängstlich hinter die Sessellehne zurückweichende Fräulein verheiratet werden soll. Die Mutter redet heftig auf ihren zögernden Gatten ein, dessen schräg in den Vordergrund eingelagerte Silhouette irritierenderweise aus einer Hauptfigur zu einer anonymen Grenzbezeichnung wird. Der offenbar ungeliebte Bräutigam stochert mit dem Schüreisen im Kamin. Ist er ein Bürger, der in den Adel hineinheiraten will? In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges kann sich das neureiche Großunternehmertum der Gründerzeit wiedererkennen.Dieser ironische Bezug zur Gegenwart spiegelt sich werkimmanent in einer dem »Eisenwalzwerk« (1872–1875, Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 201) verwandten malerischen Aufgabe: dem Wechsel von kühler zu warm-roter Farbstimmung. Während von dem altertümlichen Butzenfenster, welches das Außenlicht rot und gelb filtert, wenigstens ein Stück sichtbar wird, bleiben die zwei wesentlichen Lichtquellen unsichtbar: das in seinem roten Widerschein erkennbare Kaminfeuer und, in scharfem Farbkontrast dazu, das Tageslicht, das von rechts aus einem nahen Fenster (außerhalb des Bildes) einfällt. Es trifft auf Kragen und Kleidung der Damen, während sich am weißen Kragen des Herrn am Kamin der Übergang aus der einen in die andere Beleuchtungssituation vollzieht. Aufs sparsamste und zarteste tritt im zwiefarbenen Gegenlicht des Hintergrundes der Diener aus der rotbraunen Untertuschung heraus. So läßt sich das Bildchen auch als ein travestierender Nachtrag zum »Eisenwalzwerk« lesen. | Claude Keisch

Klosterfriedhof im Schnee

Klosterfriedhof im Schnee

1826 debütierte der 18jährige, aus Breslau stammende Carl Friedrich Lessing auf der Berliner Akademieausstellung mit einem großformatigen Werk, dem »Friedhof mit Leichensteinen« (1826, Musée du Louvre, Paris). Im gleichen Jahr folgten der Eintritt in das Meisteratelier von Wilhelm Schadow und die Übersiedlung nach Düsseldorf, wo Lessing eine höchst erfolgreiche Karriere an der dortigen Akademie absolvieren sollte. Um 1828 variierte der Künstler das Thema seines ersten bedeutenden Bildes; er malte »Klosterhof im Schnee« (Bergisches Museum Schloß Burg an der Wupper), etwa ein Jahr später entstand eine zweite Fassung dieser Komposition (Wallraf-Richartz-Museum, Köln). Sechs Jahre später, 1834, zeigte Lessing auf der Berliner Akademieausstellung mit »Klosterfriedhof im Schnee« erneut eine Kirchhof-Ansicht. In dieser in der Nationalgalerie bewahrten winterlichen Szene ist ein Mönch dargestellt, der mit halbnackten Füßen an einem offenen Grab steht. Der Schnee auf den Grabsteinen, auf Kreuzen, Bäumen und auf dem Kirchdach läßt die Kälte ahnen sowie die Mühe, die es gekostet hat, die Grube in den gefrorenen Boden zu graben. Auf einen Spaten gestützt, verharrt der Kapuziner mit ernster Miene vor seinem Werk, zu seiner Linken lehnt eine Spitzhacke an einem Grabkreuz, Schädel und Knochen liegen umher. Dahinter ist der innen beleuchtete Chor einer romanischen Klosterkirche zu sehen, in der vermutlich die Messe für den Verstorbenen gehalten wird. »Es muß der verborgene Gedanke, der geheimnisvolle Gedanke sein«, schrieb Graf Athanasius Raczyński über Lessings Bild, »welcher diese Wirkung macht; denn man kann sich sonst nicht wohl erklären, was die Aufmerksamkeit auf eine so unwiderstehliche Weise anzieht. Man kann sich kaum losreißen […] von dieser schneebedeckten Kapelle, vor welcher ein Mönch in ein frisches offenes Grab schaut. Welche Traurigkeit!« (Geschichte der Neueren Deutschen Kunst, Bd. 1, Berlin 1836, S. 166). Lessings verschneiter Friedhof mit Mönch und offenem Grab erinnert an Werke von Caspar David Friedrich wie »Abtei im Eichwald« (1809/1810, Nationalgalerie, NG 8/85) oder »Klosterfriedhof im Schnee« (1817–1819, ehemals Nationalgalerie, Kriegsverlust; vgl. die Kopie eines unbekannten Künstlers, Nationalgalerie, NG 6/15). | Birgit Verwiebe

Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci. Skizze

Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci. Skizze

Nach »König Friedrichs II. Tafelrunde in Sanssouci« (1850, Nationalgalerie, Kriegsverlust; vgl. die erhaltene Skizze, Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 503), in der der König als aufgeklärter Geistespartner Voltaires erscheint, schildert das »Flötenkonzert« eines der privaten Konzerte, bei denen Friedrich als Soloflötist aufzutreten pflegte – mitunter mit selbstkomponierten Stücken. Menzel zeigt ihn im preußisch schlichten Uniformrock und – im Unterschied zu einer Illustration zu Kuglers »Geschichte Friedrichs des Großen« (1840–1842), in der er den Gegenstand vorweggenommen hatte – mit den scharfen Zügen des ›Alten Fritzen‹. Ein Anachronismus, denn er ist hier 38 Jahre alt. Wohl nach den Memoiren des Chevaliers de Chazot, eines Jugendfreunds des Königs (der im Bildhintergrund auftritt), wird ein Abendkonzert zu Ehren von Friedrichs Schwester, der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, während ihres letzten Besuches (1750) in Potsdam gegeben. Schauplatz ist der im stimmungsvollen Schein der Kerzen und des Kronleuchters schimmernde Konzertsaal im Schloß Sanssouci mit seinen von dem Hofmaler Antoine Pesne und dem Stukkateur Johann August Nahl gestalteten Wänden. Die gebildete Wilhelmine, selbst eine ernstzunehmende Komponistin, ist die leuchtend weiße Gestalt auf dem hellroten Sofa unter den Flammen und Spiegelungen der Kerzen, die mit träumerisch geneigtem Kopf lauscht, flankiert von der anderen Schwester, Prinzessin Amalie. Hinter ihr steht der Kapellmeister Carl Heinrich Graun. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften Pierre-Louis Moreau de Maupertuis, Mathematiker und Physiker, blickt zur Decke hinauf. Ganz links lauscht Baron Jakob Friedrich von Bielfeld, halbverdeckt von dem Bonvivant Gustav Adolf von Gotter, dem Opernintendanten. Unter den Musikern, die, auf ihren Einsatz am Ende der Flötenkadenz wartend, zum Solisten blicken, sitzt am Cembalo Carl Philipp Emanuel Bach; andere sind Franz Benda und Johann Joachim Quantz, der strenge Flötenlehrer des Königs. In dieser Gemeinschaft von Kunstfreunden sind Rangunterschiede nur am Rande wahrnehmbar.Die Psychologie der Figuren findet ihr Echo in der Raumstimmung, im subtilen Wechsel des warmen, vielfach aufgespaltenen Lichtes. So ist den Musikern die Reihe der Kerzenflammen, den Zuhörern der Kronleuchter zugeordnet; zum König aber gehören sowohl eine Kerze wie das Spiegelbild des Kronleuchters. Im Vergleich zu dem zehn Jahre zuvor entstandenen Holzschnitt, der einen viel spontaneren, konzentrierteren Blick in die Szene hinein gibt, wahrt die Komposition einen bühnenhaften Zug. Bei der Übertragung der Skizze (Inv.-Nr. A III 504 ) in das große Format (Inv.-Nr. A I 206 ) wurde der Vordergrund durch Tilgung der quer über die vordere Bildebene schreitenden Dame freigeräumt.Die 1848 entworfene Komposition wurde in mehreren Arbeitsphasen in das große Format umgesetzt. Im Frühjahr 1850 bestellte der Zuckerfabrikant Ludwig von Jacobs in Potsdam das Bild. Anfang August 1852 war es vollendet und wurde auf Anhieb Menzels populärstes Werk. Bald diente es auch, tausendfach reproduziert, der Untermauerung der offiziellen Preußen-Legende – ohne wirkliches Zutun des Künstlers, der ihm im Alter vielmehr mit grimmiger Selbstkritik begegnen konnte: »Der König steht da wie ein Kommis, der Sonntags Muttern etwas vorflötet […]. Überhaupt habe ich’s bloß gemalt des Kronleuchters wegen […]. Manchmal reut’s mich, daß ich’s gemalt habe: enfin bestand die Hälfte meines Lebens aus Reue. So oder so.« (zit. nach: Erinnerungen an Adolph Menzel, Leipzig 1992, S. 107 f.). | Claude Keisch

Frau mit Gebetbuch

Frau mit Gebetbuch

Stärker als das Studium an der Münchner Akademie der bildenden Künste beeinflusste den jungen Würtenberger ein Studienaufenthalt im Winter 1894/1895 bei Arnold Böcklin in Florenz. Er bestärkte ihn noch in der Ablehnung impressionistischer Tendenzen. Es folgte eine Zeit in Karlsruhe als Meisterschüler von Ferdinand Keller. Dieser formulierte als Fazit: „Nun zum Abschied, Herr Würtenberger, meine Meinung über Ihr Schaffen: Porträtieren können Sie! Das Philisterporträt gelingt Ihnen sogar ausgezeichnet“ (zit. nach Ernst Würtenberger, Das Werden eines Malers, Heidelberg 1936, S. 163). Nach der Niederlassung in Zürich 1902 wandte sich Würtenberger intensiv der Kunst des Holzschnitts zu, das wirkte auf die Komposition seiner Gemälde zurück. Zudem erprobte er für sich die traditionelle Technik der Untermalung, er entwickelte eine Schichtenmalerei mit transparenten Farben über durchscheinendem Grund: „Und das Verblüffende dabei war, daß die Bilder viel mehr Natur zu sein schienen als die früheren, wo ich in den Tönen mich zu sehr an die Natur gehalten hatte, und daß ich Bilder vom zartesten Grau zu den sattesten Tönen malen konnte“ (ebd., S. 179). Würtenberger hat so bei dem vorliegenden Bild die Spuren eines arbeitsamen Lebens an Kopf und Händen der dargestellten alten Dame suggestiv und nüchtern erfasst. Die Falten des Kleides, der Puffärmel und des weiten Rockes erscheinen hart, wie geschnitzt. In betont kostbarer Malerei aber ist der Stoff des dunklen und dennoch farbig schillernden Kleides wiedergegeben. | Angelika Wesenberg

Stilleben mit Bierkrug und Früchten

Stilleben mit Bierkrug und Früchten

Die drei Stilleben, die Ludwig Eibl der Nationalgalerie vermachte, zeigen wie die gestifteten Porträts verschiedene Varianten seines Schaffens. Das Bild »Stilleben mit Blumenkohl« (Inv.-Nr. A II 275) ist der geringen Größe und dem schlichten Motiv nach als eine Ölstudie zu betrachten, die den Oberflächenstrukturen der dargestellten Zwiebeln, der Blumenkohlröschen und -blätter genau nachspürt.Das »Stilleben mit Bierkrug und Früchten« (Inv.-Nr. A II 280) zeigt ein durchdachtes Arrangement von Dingen in einem betont malerischen Vortrag in dunkler, brauntoniger Farbigkeit. Bierkrug, Tuch und Karten stehen hell vor dunklem Grund. Nicht nur Malweise und Farbgebung, auch die zusammengestellten Objekte – Tonpfeife, Nüsse, Schale mit Früchten, Krug und Spielkarten – und das intime Bildformat folgen holländischen Vorbildern des 17. Jahrhunderts. Der Bezug auf diese Vorbilder wurde von den Diez-Schülern wie im gesamten Leibl-Umkreis gepflegt. Die historistischen Züge und die stimmungsvolle Motivwahl führten zu publikumswirksamen Bildern, die leicht auch einen dekorativ-gefälligen Zug annehmen konnten. Das »Stilleben mit Schrank und Stuhl« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 276) ist das malerisch freieste unter den gestifteten Stilleben. Das Bild ist vielleicht wirklich als Vorstudie zu betrachten. Eine größere Variante mit Hund, einem Hut auf dem Stuhl und anderen Gefäßen auf dem offenen Schränkchen, bezeichnet und datiert 1874, ist als »Jagdstilleben« Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München. Eine weitere Version dieses häuslichen Arrangements, ebenfalls von 1874, befindet sich im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg. | Angelika Wesenberg

Märkische Landschaft

Märkische Landschaft

Im Sommer 1880 lebten und arbeiteten die Malerfreunde Carl Schuch und Karl Hagemeister gemeinsam in Kähnsdorf bei Beelitz in der Mark Brandenburg. Hagemeister stammte aus dieser noch ganz unbekannten herben Landschaft, in die er den gebürtigen Wiener geladen hatte. Während Schuch, vom Stilleben herkommend, über die Einbeziehung von Architektur versuchte, sich den Formen der Landschaft zu nähern (vgl. Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 35), bedurfte Hagemeister keiner geraden Linie für seine große »Märkische Landschaft«. Sie ist übersichtlich gegliedert: der See im Vordergrund, die geschwungenen Uferstreifen in der Mitte und große Baumgruppen vor einem bewölkten Himmel im Hintergrund.In seinen Erinnerungen notierte Hagemeister über die Aufenthalte in der Mark Brandenburg, »hier begannen wir aus dem Ton zu malen im Sinne von Leibl und Courbet« (K. Hagemeister, Kleine Selbstbiographie, Werder 1928, Typoskript im Archiv des Bröhan-Museums, Berlin). Doch scheint auch Schefflers Hinweis auf die intime Naturauffassung der Malerschule von Barbizon, mit der sich Hagemeister während seiner Weimarer Lehrzeit beschäftigt hatte, sehr angebracht.1910 veröffentlichte Karl Scheffler in der Zeitschrift »Kunst und Künstler« eine erste Würdigung des Malers: »Hagemeister ist Prellerschüler. Nicht ein Schüler des Malers der Odyssee, sondern des Malers der Hünengräber, der Eichen im Sturm und der Seestücke; der Schüler eines Lehrers, der einsichtig genug war, dem jungen Märker nicht das Heroische aufzuzwingen, sondern ihn auf die organische Struktur der Landschaft und auf Bilder der Barbizonschule in der Meyerschen Sammlung in Dresden zu verweisen« (in: Kunst und Künstler, 8. Jg., 1910, S. 415–416).Fünfzehn Jahre vor Leistikows »Grunewaldsee« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 622) erfaßte Hagemeister die Schönheit märkischer Seen in diesem dunkeltonigen, groß aufgefaßten, auffallend ähnlich kurvenreichen Landschaftsbild. | Angelika Wesenberg