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Brasa III

Ident. Nr.: NG 13/68

ObjID: obj:959570

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Martin Matschinsky-Denninghoff (1921 - 2020),
Künstler*in
Brigitte Matschinsky-Denninghoff (1923 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1968
Geografische Bezüge
Material / Technik
Messing und Zinn
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 54 x 65 x 42 cm
Erwerbung
1968 Ankauf über Marlborough Fine Art, London von der Stiftung der Helmut Horten GmbH, Düsseldorf

Objektbeschreibung

Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff waren ein Künstler*innenpaar. Während Brigitte in ihren Werken die Beziehung zwischen Natur und geometrischer Abstraktion erforschte, brachte Martin seine räumliche Vorstellungskraft und sein visuelles Verständnis aus der Fotografie und dem Theater mit ein. 1955 begannen sie ihre gemeinsame Arbeit in München und konzentrierten sich ausschließlich auf Metallarbeiten, wobei sie vorgefertigte Elemente durch Löten und Schweißen verbanden. Mit ihrer systematischen Arbeitsweise schufen sie eine neue Form der Skulptur, die Raum statt Masse als Hauptelement nutzte. In ihrer 50-jährigen Zusammenarbeit erreichten sie durch kontinuierliche technische Weiterentwicklung eine einzigartige Synthese organischer und geometrischer Formen, die zugleich technische Präzision mit künstlerischer Ausdruckskraft verbindet. „Brasa III" ist eine abstrakte Skulptur aus einem mehrteiligen Metallrohr, das sich durch drei übereinander gestapelte Quader zu winden scheint. Die Oberfläche aus Messing und Zinn weist einen dunklen, metallischen Glanz auf. Das Rohr schlingt sich auf natürliche Weise und erzeugt durch seine tänzerischen Bewegungen eine lebendige Dynamik. Die rechteckige Struktur stellt als visuelles Zentrum das Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe her. 1967 und 1968 schuf das Paar eine Serie von drei Werken mit demselben Titel, „Brasa III“ bildet ihren Abschluss. Die 1968 in Paris entstandene Arbeit zeigt deutlich die charakteristische organische Formensprache und Raumnutzung der Künstler*innen. | Seoyoung Kim

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz