Die Ausgezeichnete
Ident. Nr.: A IV 580
ObjID: obj:959739
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1973/1974
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Die AusgezeichneteÜbersetzung: The Honouree
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Rat des Bezirkes Leipzig, Abteilung Kultur,
spätestens 1976 - 1.12.1987 - Material / Technik
- Öl auf Hartfaser
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 124,5 x 100 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959739
Objektbeschreibung
In einem kahlen Raum sitzt einsam an einem langen, schmucklosen Tisch eine ältere, in sich gekehrte Frau. Vor ihr liegt ein trister Bund Tulpen, auf den sie teilnahmelos blickt. Am Ende eines langen Arbeitslebens scheint sie nach der feierlichen Ehrung als „Heldin der Arbeit“ im sozialistischen Arbeiterstaat von allen verlassen zu sein. Die von Mattheuer in einer klaren, realistischen Formensprache dargestellte Frau konterkariert das bis zum Ende der DDR vermittelte, ideologisch zentrale Leitbild von der fleißigen und vor allem glücklichen Arbeiterschaft. Mattheuers „Ausgezeichnete“ entlarvt dieses Ideal als Illusion. Das Gemälde geht auf ein gleichnamiges Bild aus dem Jahr 1968 (WVZ Michels G 68/9) zurück, das die Künstlerin Lea Grundig zeigt, die zwischen 1964 und 1970 Präsidentin des staatlich geförderten Verbandes Bildender Künstler der DDR war. In der Version von 1973 trägt die am Tisch sitzende Frau dagegen die Gesichtszüge von Mattheuers Mutter. Dabei ist das Gemälde jedoch nicht als Porträt zu verstehen, sondern es weist über das Private hinaus ins Allgemeine. Es fordert die Betrachtenden auf, die Welt um sich herum genauer wahrzunehmen, um einerseits ihre Schönheit, andererseits aber auch ihre Zerrissenheit zu sehen. „Die Ausgezeichnete“ war eines der am meisten diskutierten Gemälde der 1970er-Jahre in der DDR. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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