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Der Blinde

Ident. Nr.: A IV 498

ObjID: obj:959861

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Nuria Quevedo (1938 - 2025),
Künstler*in
Datierung
1968-1970
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Blinde
Übersetzung: Blind Man
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 70 x 50 cm
Erwerbung
1984 Ankauf von der Künstlerin, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Dieses Porträt ist eines der zahlreichen Bildnisse, die Quevedo von Angehörigen der spanischen Exilgemeinde anfertigte, die in den 1960er-Jahren in Dresden lebten. Wie die Künstlerin, die 1952 mit 14 Jahren vor dem Franco-Regime aus Spanien geflohen war, hatten diese Männer und Frauen in der DDR eine neue Heimat gefunden, aber ihre Wurzeln nicht vergessen. „Der Blinde“ entstand während Quevedos Zeit als Meisterschülerin an der Akademie der Künste in Berlin. Das Gemälde zeigt einen kurzhaarigen Mann mit dunkler Brille, gemalt in der düsteren, fast monochromen Farbpalette, für die Quevedo später bekannt wurde; nur ein Hauch von Dunkelrot in seinem Hemd durchbricht das schwarz-weiße Farbschema. Die Malerin stellte den Mann in mehreren Werken dar. Dieses ist eine Vorstudie für das vieldiskutierte Bild „30 Jahre Exil“ (1971; Städtische Kunstsammlungen Chemnitz), in dem sein Gesicht nahezu unverändert in der linken oberen Ecke zu erkennen ist. Auf der 7. „Kunstausstellung der DDR“ in Dresden gezeigt, markiert das Bild Quevedos Durchbruch als Malerin im selben Jahr, in dem sie auch ihr Studium in Berlin abschloss. | April Eisman

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz